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Energieriese RWE taumelt tapsig

Wie eine Image-Kampagne einen Greenwasher von den Füßen holt

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Das haben sich die von der Agentur »Jung von Matt« fein ausgedacht. Das Motto lautet: Nicht kleckern, klotzen! Das alte Großmachtsstreben wird für RWE aus der Mottenkiste geholt und richtig fett inszeniert, mit schicker 3D-Grafik, als multimedialer Rundumschlag.
Neben der Kino- und TV-Schaltung kann man sich auch noch eine Lang-Version des Image-Films im Internet angucken und den Klingelton gleich mit herunterladen, sogar den Text zum auswendig lernen (Komm’ ich mir gleich wieder vor wie in der Zone.).
Von wo der Wind weht weiß man bei der Agentur schon vor der Einführung des tapsigen Monsters und textet treffsicher:
»Dem Energieriesen wird unterstellt, er sei nur ein Ungetüm, das kleinere Unternehmen schlucke und nichts für die Umwelt tue.« So steht es jetzt auch auf der RWE-Website.

Was da nicht steht, dass es schon wieder eine schöne Persiflage von Greenpeace auf den Image-Film gibt, die man hier anschauen kann. Besonders eingängig ist der Slogan:

»RWE – Richtig Wenig Erneuerbare Energien«

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Auf dem Community-Portal von Greenpeace kannst Du auch selbst aktiv werden: Green Action.

 

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Derweil ist RWE das von Jung von Matt generierte Saubermann-Image nicht zum ersten Mal auf die Füße gefallen.
Schon bei der letzten Kampagne, für den Stromriesen gab es eine Persiflage auf die Verheißungen der Demagogen von Jung von Matt. Drei Monate ist es erst her, da will RWE seinen ProKlima-Strom unters Volk bringen, der aus zwei Dritteln dreckigem Atomstrom besteht. Er kostet auch noch mehr als echter Ökostrom.

 

Persiflage der PrimalKlima-Anzeige von RWE durch urgewald

Die Aufklärungskampagne von der Umweltorganistion urgewald wird von folgendem Plakat flankiert:

Die Agentur Jung von Matt droht mit rechtlichen Schritten berichtet Horizont, der führende Informationsdienst rund um Werbung.

Ulrich Pallas, Jung von Matt, beschwichtigt: »Wir wollen uns in keiner Weise in die politische Auseinandersetzung Pro oder Kontra Atomstrom einmischen«. Dann hätte man nicht für Atomstrom werben sollen(?). Aber vielleicht hilft die Neutralitäts-Floskel beim Einschlafen.

Bei ausgestrahlt kann man die Drohgebärden von Jung von Matt im Detail nachlesen.
Von »ggf. erhebliche Kosten und Folgen« und »Schadensersatzansprüche[n] sowie [der] Erstattung einer Strafanzeige« ist die Rede. (Der genaue Text ist bei ausgestrahlt herunterladbar.)
Jung von Matt zieht die Waffen blank, nicht ohne zu versichern: »Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir deswegen - ohne jedoch dazu verpflichtet zu sein und ohne auf dieses Recht abschließend zu verzichten - davon ab, Ihren Verein … kostenpflichtig … abzumahnen.«
Die Umweltorganisation zeigt sich wenig beeindruckt von derlei Muskelspielen und ruft zur Unterstützung auf. Dem kommen wir gerne nach und stellen die Broschüre über den Schmutzfinken RWE als PDF zum Herunterladen bereit.

Bleibt anzumerken, dass Jung von Matt so hübsche Leitsätze für das eigene Handeln formuliert hat, wie:
»Wir sind kritischer mit uns als mit anderen.« und
»Wir kommunizieren auf Augenhöhe.«
Da sollten sie vielleicht noch mal die Schulbank drücken, was das eigentlich bedeutet.
Obwohl: Wer als Credo Eroberung und als bildliche Metapher für seine Arbeit das Trojanische Pferd wählt, will wahrscheinlich ein Phrasendrescher sein und für Unternehmen arbeiten, die so jemanden nötig haben.
Der beschwerlichere Weg, sinnvolle Produkte zu entwickeln, liegt nicht jedem.

Das Credo von Jung von Matt lautet Eroberung

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