Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Sie sind hier: Startseite / Notizen / Das Kölner Stadtarchiv - Ursachen und Wirkung

Das Kölner Stadtarchiv - Ursachen und Wirkung

Materialien zum neuesten Erkenntnisstand des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs

Sechs Monate nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs sollen die im Juli eingestellten Bergungsarbeiten fortgeführt werden. Die noch nicht geborgenen Archivalien liegen im Grundwasser und sind nicht erreichbar, ohne dass im Einsturzkrater Schutt nachrutscht. Freiwillige Helfer mussten, ob des kurzfristigen Bergungsstopps, nach hause geschickt werden.
Mittlerweile liegt die Machbarkeitsstudie zur Bergung der restlichen Archivalien vor und stellt die Kosten einer weiteren Bergung (rund 4 Mio. Euro) einer einfachen Verfüllung des Kraters (rund 2 Mio. Euro) gegenüber (Yahoo). Noch-OB Schramma stellte jedoch fest, dass schon aus Gründen der rechtlichen Verpflichtungen mit der Bergung fortgefahren wird.
Anscheinend möchte das Stuttgarter Ingenieurbüro für Geotechnik, welches die Machbarkeitsstudie erarbeitete, anonym bleiben, es ist jedenfalls nirgendwo namentlich benannt. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht um den Stuttgarter Ableger des CDM handelt, welches die ARGE Nord-Süd Stadtbahn berät, deren Bauarbeiten wahrscheinlich den Einsturz verursachten.

Derweil gibt der im ZDF gezeigte Beitrag »Hilfeschrei aus Papier« einen Einblick von der Sisyphusarbeit der Erstversorger. Die Restaurationskosten werden von Seiten des Archivs optimistisch auf 350 Millionen Euro geschätzt. Doch ein Schuldiger, an den die Rechnung geschickt wird, ist noch nicht gefunden. Warum die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen ruhen lässt fragt deshalb die Bürgerinitiative Köln kann auch anders.
Das im ZDF-Beitrag gezeigte Dokumenten-Konfetti verdeutlicht den Zustand mancher Archivalien, derlei Fragmente liegen im Umfang von »300 große Wannen« vor, wie Professor Georg Quander, Kulturdezernent der Stadt Köln, dem Kulturausschuss des Bundestages berichtete. Die differierende Typografie, die unterschiedlichen Handschriften und Materialien der Fundstücke erschweren laut Quander dabei sogar die Rekonstruktion.
Der bedauernswerte Zustand der Archivalien wird in der öffentlichen Berichterstattung häufig verharmlost, denn 80–90 % »gerettete Archivalien«, bedeutet lediglich, dass selbe geborgen wurden und sagt mitnichten etwas darüber aus ob und wann die Archivalien wirklich »gerettet« werden können.
Mittlerweile wird der Zeitraum für die Restaurierung von 30 auf 50 Jahre nach oben korrigiert.

Mancher Leihgeber macht sich bei derlei Zukunftsaussichten so seine Gedanken.
Die Brüder Böll, Söhne von Heinrich Böll, erwegen eine Klage auf Herausgabe des Nachlasses ihres Vaters.
Die Kölner Künstlerin und Kuratorin Tanya Ury verliest vor dem Historischen Rathaus Auszüge aus dem im Kölner Stattanzeiger erschienenen Artikel »Das Gewissen von Köln«, den Köln kann auch anders freundlicher Weise in voller Länge zur Verfügung stellt. »Er lässt ein wichtiges Kapitel kölsch-jüdischer und englisch-deutscher Geschichte auferstehen und entreißt Dokumente der Vergessenheit, für deren Erhaltungszustand wir das Schlimmste befürchten müssen«.
Der Artikel selbst ist ein Zeitzeugenbericht der versucht den Verlust von zeitgeschichtlich relevantem Material zu kompensieren und zumindest einen Bruchteil des Verschollenen zu bewahren.

Navigation