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Utopia TV

© André Henze
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Kurz erklärt was Utopia TV eigentlich ist.

Eine Schnipselsammlung.

Hatte ich ursprünglich gehofft und später befürchtet das Claudia Langer in die Fußstapfen von Tita von Hardenberg tritt und sich einen medialen Rundumschlag leistet, sind diese Befürchtungen schon seit Mai 2008 Geschichte. Utopia TV ist kein neogrünes Fernsehformat, es ist eine dahindümpelnde Schnipselsammlung. Gezeigt werden in losen Abständen »Eigenproduktionen« und eben auch Fremdproduktionen.

Die Eigenproduktionen decken qualitativ das komplette Spektrum ab, von Clips die die Welt nicht braucht (z.B. »Was ist CO2?«) über das breite Mittelfeld (über Ökodildos zum Öko-Rennwagen) bis zu simplen doch funktionstüchtigen Motivatoren (»Schlau in 120 Sekunden«).
Bei den Fremdproduktionen handelt es sich schlicht um Fundstücke aus dem Netz bei den üblichen Verdächtigen (youtube, vimeo, …). Diese werden mehr oder minder redaktionell aufbereitet. Böse Zungen könnten behaupten man schmücke sich mit fremden Federn und pappe das Utopia-Siegel auf etwas was es auch ohne Utopia gibt und was auch ohne Utopia seine Verbreitung findet. Das Sonnen im Licht der Fremdarbeit hat aber auch seine Schattenseiten.

So ist der redaktionell aufwendig aufbereitete Beitrag »The Story of Stuff« (s.o.) von seinen Urhebern ausschließlich für die nichtkommerzielle Nutzung freigegeben, wie die Utopia AG auch richtig am Ende ihres Artikels angibt. Stellt dann die Veröffentlichung auf der profitorientierten Plattform www.utopia.de (siehe: Profitziele) nicht einen Widerspruch zu den Creative Commons dar? Dient nicht die Einbindung des als gemeinnützig deklarierten Inhalts der Steigerung der eigenen Popularität und damit indirekt dem langfristig zu erreichtenden Ziel der Profitgenerierung?

Die Einstellung der Macher zu derlei kreativer Rechtsauslegung ist bekannt. Es dient doch alles einem besseren, höheren Zweck, und der heiligt bekanntlich die Mittel. Ob das die Fremdarbeiter auch so sehen?

Natürlich hat »The Story of Stuff« einen professionellen eigenen Auftritt im Netz, auf dem sich auch folgende Verlautbarung findet: »Using The Story of Stuff does not imply any endorsement or official relationship between your organization and The Story of Stuff Project.« Zu Deutsch: Wenn man den Film »The Story of Stuff« schon nutzt, soll dabei nicht impliziert werden das die Macher die nutzende Organisation befürworten oder in einem offiziellen Verhältnis zu dieser stehen. Wenn das mal nicht das Utopia-Etikett betrifft, unter dem der Film auf der Plattform gezeigt wird.

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