Utopia Konferenz 2009
Neogrüne Konferenz öffnet für Normalsterbliche.
Während zur ersten Konferenz nur geladene Gäste Zutritt hatten und einige wenige Karten unter den Nutzern der Plattform www.utopia.de verlost wurden wird beim zweiten Anlauf auch Publikum zugelassen, den passenden Geldbeutel vorausgesetzt.
Die Eintrittspreise variieren von 500,- Euro für Unternehmen, 250,- Euro für Privatpersonen bis zu 75,- Euro für Studenten.
Scheinen die Preise für eine Informationsveranstaltung auf den ersten Blick ein wenig weltfremd, sind sie für eine Branchen-/Lobby-Veranstaltungen noch recht niedrig. Das Fußvolk ist hier allerdings nicht wirklich erwünscht, das kann sich die Redebeiträge sicher wieder wie im letzten Jahr im Netz anschauen.
Während der Kartenverkauf bereits anläuft und auf der Startseite beworben wird, fehlt leider noch jedwede Programminformation.
Bis jetzt haben gerade einmal fünf Redner ihr Kommen zugesagt, diese Zahl ist allerdings mit zwei Stiftungsmitgliedern geschönt.
Immerhin hat man sich schon auf ein paar Themen eingeschossen
- Nachhaltigkeit in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft – wo sitzen die Hindernisse, wie können wir sie überwinden.
- Soziale Effekte als Ursache für den Klimawandel.
- Die Rahmenbedingunen aus der Politik.
- Beispiel China – wie Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenwirken können.
- Nachhaltiges Investment als Chance in der Krise.
- Der Wandel in Richtung Nachhaltigkeit in Unternehmen mit einem großen Hebel.
- Nachhaltiger Konsum als Wirkungsgröße.
Soziale Effekte sollten eher die Wirkung vom Klimawandel sein anstatt dessen Ursache. So verstehe ich jedenfalls Harald Welzer, Autor von »Klimakriege« und bei der Zeit und www.Utopia.de aktiv.
(Das Thema scheint, ein wenig holprig, seiner Kurzbiografie entlehnt.)
Marten Lund, mit Skype reich geworden, wird über nachhaltiges Investment referieren. Hoffentlich erklärt er einführend seine Privatinsolvenz vom Anfang dieses Jahres, damit der geneigte Zuhöhrer auch wieder Vertrauen in das vermittelte Wissen fasst. Das Zitat aus dem Handelsblatt »Sie werden mir demnächst das Haus wegnehmen. Aber ich hatte vorher Spaß im Leben und ich werde bald wieder Spaß im Leben haben.« könnte die Anleger sonst das Fürchten lehren.
O Koo, General Manager bei Juccce, berichtet von den Fortschritten des Projektes in China, das saubere Energien forcieren will. Die üblichen Problemchen in China werden dabei wohl eher keine Rolle spielen. Die Arbeitsbedingungen, das Verhalten der Firma bei ungenehmigten Schwangerschaften von Mitarbeiterinnen, immerhin wird die Unternehmung sicherlich Wert auf Ökologische Integrität legen. Ein Anfang ist also gemacht.
Die beiden Kuratoriumsmitglieder, Prof. Dr. Lucia Reisch & Dr. Rainer Grießhammer reden über strategischen Konsum, beide sitzen stetig in diversen Beiräten und haben hoffentlich eine Strategie des Nicht-Konsums im Gepäck, denn die Metapher der Verschwendung wirkt mittlerweile etwas abgedroschen.
Immerhin gibt es auch etwas Positives zu berichten. Unsere Prognose, dass man intensiv nach einem Partner in der Automobilindustrie sucht, scheint sich zu bewahrheiten. Und es scheint wirklich Claudia Langers Wunsch in Erfüllung zu gehen, zumindest ist Volkswagen schon einmal Sponsor der Konferenz.

