Utopia geht am Bettelstab
Claudia Langer, Vorstand Utopia AG, leutet das neue Jahr mit einem Spendenaufruf für die Utopia-Stiftung ein.
Bankrotterklärung
Die Utopia-Stiftung wurde zeitgleich zur Utopia AG gegründet. Das Finanzierungskonzept sah vor, dass die Stiftung hauptsächlich über den zu erwirtschaftenden Gewinn der Utopia AG finanziert werden sollte.
Dieses Finanzierungskonzept muss als gescheitert angesehen werden, denn die Utopia AG erwirtschaftet offensichtlich keinen oder zumindest einen zu geringen Gewinn, um die Stiftung zu tragen. Daran wird sich auch in naher Zukunft nichts ändern, verkündet die Utopia AG, denn die Gewinne werden »ehrlicherweise noch lange auf sich warten lassen«.
Dementsprechend sucht Claudia Langer nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten und ruft die Utopia-Community zum Spenden für die Utopia-Stiftung auf.
Empörung als Antwort
Daran ist eigentlich nichts Verwerfliches, jedoch bekamen viele Utopisten den Spendenaufruf in den falschen Hals.
Dies lag zum einen an der unglücklichen Formulierung des Spendenaufrufs. So wird der Aufruf eingeleitet, ohne die Stiftung überhaupt zu erwähnen, es ist von Utopia die Rede, was der Leser mit dem Portal und der Utopia AG gleichsetzt:
»Seit drei Jahren gibt es Utopia jetzt, und wir freuen uns über den Zuspruch, den wir von Euch immer bekommen haben. Wir haben sicher mehr geschafft, als wir uns je hätten vorstellen können, aber trotzdem klafft eine Riesenlücke zwischen all unseren Plänen und Vorhaben und dem finanziell Leistbaren.«
Nach kurzer Erwähnung der Stiftung und der »vielen Projekte in den Startlöchern« wird die Spende wiederum mit Utopia im Allgemeinen in Bezug gesetzt,
»Viele Utopisten haben uns immer wieder gesagt, dass sie gerne für Utopia spenden würden und einige haben es auch getan. Das hat uns sehr geholfen. Danke dafür.«,
um hernach die Projekte vorzustellen und das Spenden-Prozedere zu erläutern.
Der Unmut der Utopisten ist ob der indifferenten Formulierungen durchaus nachvollziehbar.
Community-Mitglied Youme bringt zu den drei Projekten, für die Spendengelder eingeworben werden sollen, folgende Kritikpunkte an:
»1. Angesichts bereits vorhandener Organisationen, denen es an Ideen und Konzepten nicht mangelt und die bereits über entsprechende Infrastrukturen und Erfahrungen verfügen, frage ich mich, wie sinnvoll es ist, zusätzliche Mentorenprogramme zu etablieren, die eigens finanziert werden müssen.
2. Angesichts der notorisch mangelhaften Strukturierung der anscheinend kostenintensiven Utopia-Plattform frage ich mich, wie sinnvoll es ist, eine neue, eigene Homepage für die Stiftung zu entwerfen.
3. Angesichts der bisherigen Changemaker frage ich mich, wie sinnvoll es ist, die Weiterentwicklung dieses Prozesses pauschal zu fördern, ohne zu wissen und ohne Einfluss darauf nehmen zu können, was wie wo mit dem Geld letztlich gemacht wird.
Es geht nicht darum, ob die Utopia-Stiftung oder auch die Utopia AG es ›verdienen‹ würde, unterstützt zu werden, sondern – wie gesagt, jenseits von prinzipiellen Überlegungen über die Natur einer Stiftung, über Prioritäten beim Spenden usw. – um die konkreten ›Projekte‹.«
Nadesha merkt unter anderem an;
»Von jeder seriösen Hilfsorganisation, die zu Spenden aufruft, wird Offenlegung ihres Finanzgebarens und Mittel-Verwendungsnachweis verlangt.«
Peter Kolbe macht Vorschläge für ein transparenteres und indivisualisiertes Spendenverfahren (dass, wie wir später zeigen, allerdings durch die Satzung der Utopia-Stiftung ausgehebelt wird):
»Ein weiteres Angebot an die Utopianer hinsichtlich Vertrauen, MItspracherecht und Verbindlichkeit ist für euch sehr leicht machbar.
Die Spender haben die Möglichkeit das sie im Verwendungszweck ihrer Spende (oder Zustiftung) angeben können für welchen Zweck oder welches Projekt ihre Zuwendungsmittel eingesetzt werden sollen.
DIes bindet die Stiftung rechtlich die entsprechenden Mittel einzig für diesen Zweck einzusetzen.
dies können die drei genannten Projekte sein oder weiteres :z.B. ›Verwaltungsarbeit der Stiftung‹.«
Utopist Jonas äußert unter anderem eine generelle Kritik an dem neuen Aktionismus von Utopia:
»Utopia hat in der Vergangenheit einige Versuche, die Website für Aktionismus zu nutzen (ausser Hinweisen auf andere Aktionen) abgeblockt, mit dem Hinweis, es sei keine Projektplattform bzw. die Mittel seien zu knapp für die Unterstützung, selbst aber immer wieder versucht, das Potential von registrierten Benutzern als politischen Hebel zu nutzen: das ist nicht zulässig.«
Just versucht sich gedanklich in die Redaktion hineinzuversetzen, und spielt gedanklich das Schmieden des Spendenaufrufs von Utopia durch:
»Es kommt mir so vor, als hätte kurz vor dem Fest noch jemand eine super Idee gehabt.
›Die User haben doch alle Weihnachtsgeld bekommen, sind in Schenklaune, die Spendengalas werben gigantische Beträge ein, die Wirtschaftsnachrichten machen Mut, lasst uns schnell noch daran partizipieren.‹
›Ja gut, aber wofür sollen sie denn spenden? Utopia ist werbefinanziert und dann laufen uns die User weg oder kommen erst gar nicht und damit die Werbetreibenden, die ja mit vielen Lesern, Usern und Klicks geworben werden. Utopia ist nicht X.NG und hat einen anderen Ansatz.‹
›Hmmm, ja, blöd gelaufen…. Oh, ich hab’ eine Idee, lasst uns sagen, wir haben ganz tolle Ideen für die Stiftung, es gibt eine neue Seite und die Spender werden namentlich genannt, das funktioniert auch bei den Galas so.‹
›Meinst Du, das könnte fluppen?‹
›Ja klar, wir verschicken die Mails im Weihnachtsurlaub, da sind wir alle nicht da. Die User diskutieren das aus - es gibt ja immer Für und Wider und ein paar werden wohl auf unserer Seite sein. Wenn wir dann wieder im Büro sind, sortieren wir ›Die Guten ins Töpfchen (Stiftung), die Schlechten ins Kröpfchen (bisherige Website)‹.‹
›Ja ok, wir probieren es halt aus, schaden kann es nicht.‹«
Die Mutmaßungen und Kritiken fallen mit der fehlenden Präsens der Utopia-Mitarbeiter auf der Plattform zusammen, die gesamte Belegschaft hat sich nämlich direkt nach dem Spendenaufruf in die Weihnachtsferien verabschiedet. Dementsprechend sind die Community-Mitglieder sich selbst überlassen.
Dass Claudia Langer, als Vorstand der Utopia AG, zum Spenden aufruft, anstatt jemand aus dem Stiftungskuratorium, war für die benötigte Transparenz nicht förderlich, wenn auch, ob ihrer Bekanntheit verständlich (dazu später mehr).
Die Utopia-Stiftung
Ein Wolkenschloss, scheint die Utopia-Stiftung zu sein. Die Fragen der Community-Mitglieder nach dem Wirken und der Organisation der Utopia-Stiftung blieben weitestgehend unbeantwortet. Auch die Satzung der Stiftung ist nur schwer auffindbar.
Was leistete und leistet die Utopia-Stiftung?
Nicht viel. Die Utopia-Stiftung ist Schirmherr der jährlich stattfindenden Utopia-Konferenz und des angeschlossenen Utopia-Awards. Das Kuratorium der Stiftung trifft sich viermal jährlich, um Neues rund um das Thema Nachhaltigkeit zu eruieren und Redner für den Kongress sowie Nominierte für den Award festzuschreiben. Dies scheint wenig und die Frage ist zu beantworten, warum ist das so?
Wie ist die Utopia-Stiftung aufgestellt?
Die Utopia-Stiftung wurde am 23. April 2008 von Claudia Langer und Gregor Woeltje ins Leben gerufen. Die Stiftung ist mit der Gründung als gemeinnützig anerkannt und verfügt über ein Stiftungskapital von 50.000 €. Gründungsvorstand ist Claudia Langer auf Lebenszeit.
Die Utopia-Stiftung ist eine nicht rechtsfähige Stiftung, die von der Stiftung für Stifter verwaltet wird. Konkret ist die Stiftung für Stifter für die Konto- und Buchführung, den Jahresbericht und den Kontakt zum Finanzamt zuständig. Dies minimiert den Verwaltungsaufwand, den die Utopia-Stiftung mangels Kapital nicht leisten könnte. Dafür veranschlagt die Stifter für Stifter, neben einem kleinen monatlichen Obolus, 3% der Stiftungseinnahmen, also der Zinsen und der eingegangenen Spenden.
Die Zinserträge aus dem geringen Kapital sollen, neben Spenden (u.a. von der Utopia AG), die Aufgaben der Stiftung finanzieren.
Da die Zinserträge bei 50.000 € Stiftungskapital jährlich etwa 2.500 € betragen dürften, kann weder die Konferenz noch der Utopia-Award, geschweige denn eine Vollzeitkraft für die Stiftung aus den Zinserträgen finanziert werden. Die Stiftung ist somit stetig auf Spenden angewiesen.
Das Fehlen einer Beschäftigten erklärt, warum die Utopia-Stiftung handlungstechnisch und medial unterrepräsentiert ist. So finden sich im Blog des Unternehmensprofils der Utopia-Stiftung denn auch nur sechs Einträge im Zeitraum der letzten drei Jahre.
Die Utopia AG und die Utopia-Stiftung sind rechtlich voneinander getrennt.
Allerdings gibt es Verquickungen im Personalbereich. Claudia Langer ist Vorstand beider Organisationen, was begründet warum sie zum Spenden aufruft. Herr Kleene aus dem Kuratorium der Stiftung ist Partner des Stiftungsgründers Gregor Woeltje, beide betreiben eine Unternehmensberatung. Zudem werden die Konferenz und der Award personell eher von Mitarbeitern der Utopia AG ausgerichtet. Zumindest war Stefanie Dowe dafür abgestellt und konnte sich deshalb nicht um die rechten Umtriebe auf der Plattform Utopia kümmern. Auch Dannie Quilitzsch wirbt auf ihrer Webseite mit ihrer Tätigkeit für die Utopia AG und für die Utopia–Konferenz und den Award.
Es fehlt an einer ausführlichen Selbstdarstellung der Stiftung im Internet. Die Satzung ist schwer einsehbar. Die Einnahmen und Ausgaben werden nicht veröffentlicht. Selbst der Stiftungszweck ist nicht dargestellt.
Ziele der Utopia-Stiftung
Der Stiftungszweck wird in zwei Abschnitten der fünfseitigen Satzung ausgeführt. – Man möchte über nachhaltige Konzepte informieren. Er soll verwirklicht werden durch:
»a) die Suche, Entwicklung und Veröffentlichung von vorbildlichen Konzepten nachhaltiger Lebens- oder Unternehmensführung, (vor allem in Hinblick auf Umwelt- und Naturschutz, Arbeitnehmerschutz, Verbraucherschutz), beispielsweise durch Preise, Symposien, Expertenrunden, Internetseiten, E-Mail Newsletter, Pressearbeit, Publikationen.
b) Die Entwicklung und Verbreitung von spezifischen Lehrmaterialien über nachhaltige Lebensführung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene z.B. in Kooperation mit Kindergärten, Schulen, Universitäten und Anbietern von Erwachsenenbildung.«
Man hat sich also der Bildungsarbeit mittels verschiedener medialer Formen verschrieben – wie alle existenten Umweltverbände auch.
Was für Spender wichtig ist.
Die Utopia-Stiftung verwendet Spenden nur im Sinne des Stiftungszwecks.
Welche Empfänger die Stiftungsgelder erhalten, und »ob und welche Stiftungsaktivitäten durchgeführt werden« entscheidet der Vorstand der Utopia-Stiftung, also Claudia Langer.
Die Mittel der Stiftung können dem Stiftungsvermögen zugeführt werden und andersherum können Zuwendungen an das Grundstockvermögen für die Stiftung verwendet werden, Letztere allerdings erst zehn Jahre nach ihrer Einzahlung.
Eine Spende zur Kapitalaufstockung, die nachhaltiger wäre, muss nicht langfristig das Fortbestehen der Stiftung sichern. Dadurch werden projektbezogene Spenden, wie von einigen Community-Mitgliedern gewünscht, nicht verunmöglicht.
Der Spendenaufruf mit Zweckbindung bindet die Spendenmittel sogar an den verkündeten Spendenzweck. Die Wahl der Priorität zwischen den drei benannten Projekten liegt allerdings bei Claudia Langer.
Der Spender kann allerdings auch einen der drei angebotenen Zwecke, oder einen völlig anderen als Spendenzweck festlegen. Sollte die Utopia-Stiftung dem Spendenzweck nicht entsprechen können oder wollen, kann sie die zweckgebundene Spende abzüglich der Verwaltungskosten zurück überweisen. Doch Obacht: Die Verwaltungskosten können schnell zwischen 15–100 € liegen. Über die Verwaltungskosten für derlei zweckgebundene Spenden, schweigt sich die Utopia-Stiftung aus. Allerdings wird ab 200 € eine eigene Spendenquittung ausgestellt, was vermuten lässt, dass dieser Betrag als die, die Verwaltungskosten deckende, Grenze angesehen wird. Dementsprechend können zweckgebundene Kleinspenden von der Utopia-Stiftung nicht zurück überwiesen, sondern einbehalten (und schlussendlich für andere Zwecke verwendet) werden (siehe Zweckgebunde Spenden). Spender sollten sich vor einer zweckgebundenen Spende also schriftlich vergewissern, ob die Spende in ihrer speziellen Zweckgebundenheit auch genehm ist.
Ansonsten muss man in Treu und Glauben darauf vertrauen, dass der Vorstand der Utopia-Stiftung die Spenden sinnvoll verwendet.
Die Utopia-Stiftung ist nicht durch das DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) zertifiziert, besitzt also nicht das DZI-Spenden-Siegel. Das DZI, gegründet 1892, stellt nach Prüfung ein Spendensiegel aus, welches jedes Jahr neuerlich beantragt werden muss. Eine alphabetische Übersicht über die 272 zertifizierten Organisationen bietet das DZI-Bulletin.
Aktuelle Projekte der Utopia-Stiftung
Im Spendenaufruf von Claudia Langer wird um Spenden für drei aktuelle Projekte geworben.
»Projekt 1:
Ein
Mentorenprogramm, das Menschen und Organisationen bei der Konzeption
und Umsetzung wichtiger Ideen unterstützt, die nachhaltige Prozesse
beschleunigen.
Projekt 2:
Der Aufbau einer eigenen Stiftungswebsite.
Projekt 3:
Die
Weiterentwicklung des Changemaker Prozesses, der in diesem Jahr so
hoffnungsvoll begonnen hat. 11 namhafte Unternehmen haben das Utopia
Changemaker Manifest bereits unterschrieben, die nächsten stehen in den
Startlöchern. Wir glauben, dass wir mit dieser Selbstverpflichtung
der Unternehmen einen gewaltigen Schlüssel in der Hand haben und dass
hier eine Gruppe von Vorreiter-Unternehmen entsteht, die gewillt sind,
möglichst viele Unternehmen für ihre und unsere Sache zu gewinnen.«
Mehr Informationen zu den einzelnen Projekten sind nicht veröffentlicht.
Das Mentorenprogramm
Das wichtigste Anliegen von Claudia Langer ist sicherlich ein eigenes Mentoren-Programm. Es dient vor allem der Reputation der Stiftung. Mentorenprogramme im Umweltbereich gibt es schon zu Genüge, von Organisationen, die langjährige Erfahrung im Bildungssektor besitzen.
Fragen, die sich an diesen Wunsch der Utopia-Stiftung anschließen, sind: Wie soll die Mentorenschaft personell besetzt werden, bzw. welche Personen sollen nach welchem pädagogischen Konzept von wem zum Mentor ausgebildet werden? Welches Wissen soll an welche Zielgruppen weitergegeben werden? Welche Qualifikation bringen die Mentoren, fachlich wie pädagogisch, mit?
Wir wissen es nicht, denn der Spendenaufruf klärt darüber nicht auf.
Die Stiftungs-Website
Sicherlich bedarf die Utopia-Stiftung einer besseren öffentlichen Repräsentanz. Eine öffentlich einsehbare Satzung, genaue Projektbeschreibungen, eine nachvollziehbare Erfolgsbilanz, sowie ein Nachweis über die erfolgten Spenden und deren Verbleib, sind Inhalte die momentan nicht kommuniziert werden.
All dies könnte allerdings, einerseits auf dem Unternehmensprofil der Stiftung auf der Utopia-Plattform, oder auf der Webseite der Konferenz erfolgen. Selbst wenn man eine eigene Website aufsetzt, kann dies mit der für die Utopia-AG entwickelten Software geschehen. Die Investitionskosten ließen sich so auf die Einrichtungskosten und die reinen Betriebskosten beschränken.
Welche Pläne die Utopia-Stiftung mit ihrer Website verfolgt, welche Kosten dadurch entstehen und wie diese gedeckt werden sollen, verrät der Vorstand wiederum nicht.
Das Changemaker-Manifest
Das Changemaker-Manifest stand von Beginn an in der Kritik, der Utopia-Community, der kritischen Presse, und schaffte es sogar in den Klima-Lügendetektor von Greenpeace und Wir Klimaretter.
Im Prinzip handelt es sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen, die wie üblich mit der Identität und dem Verhalten der Unternehmen steht und fällt. Neben Vorzeigekandidaten, wie dem Büroversand Memo oder der GLS Bank, haben auch Greenwasher, wie die Deutsche Telekom oder FRoSTA, das Manifest unterschrieben.
Bemängelt werden
- die Auswahl einiger »Changemaker«,
- die zahnlosen Selbstverpflichtungen,
- die fehlenden Prüfbarkeit der Ergebnisse des Changemaker-Prozesses,
- das Fehlen einer Anti-Lobbyismus-Klausel und
- ein Standortnationalismus, der sich in der Bezeichnung Deutschland AG (für die Changemaker im Ganzen) manifestiert.
Auch Utopia hat nun erkannt, dass die Erstfassung des Changemaker-Manifests eine Luftnummer war. Immerhin haben statt der erhofften 20 Unternehmen lediglich 11 bis Ende 2010 das Manifest unterzeichnet.
Man möchte nachbessern, lässt die Spender allerdings im Unklaren, was, in welcher Weise als überarbeitungswürdig angesehen wird. Auch wer diese Neuformulierung vornehmen soll, wird nicht erläutert. (Sind es die gleichen, die die erste Fassung des Changemaker-Manifest zu verantworten haben?)
Wer den Changemaker-Prozess bei den Unternehmen seitens Utopias begleitet und welche fachlichen Qualifikationen diese Personen mitbringen, wird seitens der Utopia-Stiftung nicht kommuniziert.
Am 31.12.2010 sollten die Jahresberichte der sogenannten Changemaker veröffentlicht werden. Pünktlich zum anberaumten Termin wird dieser vertagt, und zwar um ganze fünf Monate. Erst im Mai 2011 ist mit den versprochenen Zwischenberichten zu rechnen. Beschlossen hat man diese Terminverschiebung schon im Oktober, aber es gehört wohl zum Transparenz-Verständnis von Utopia, dass derlei im letzten Moment verkündet wird.
Derweil rührt die Utopia AG, in Person von Meike Gebhard, für das Changemaker-Manifest und dessen Modernisierung die Werbetrommel (s.o.). So heißt es, »die ersten neuen ›Mitglieder‹ wollen wir bereits in nächsten Monaten des neuen Jahres begrüßen.«, also noch vor der geplanten Überarbeitung des Changemaker-Manifests. Unter dieser Ankündigung wirkt die Ansage, dass »das Jahr 2011 im Zeichen der inhaltlichen Weiterentwicklung und der Qualitätssicherung durch Messbarkeit, Transparenz und Dialog« stehe, deutlich überzogen.
Viele Fragen müssen noch beantwortet werden, um eine Spende an die Utopia-Stiftung zu rechtfertigen.
Derweil bilden sich erste Seilschaften, so erklärte die Catering-Firma Select Berlin, welche die Utopia-Konferenz belieferte, sich zu einem der Erstspender und verlautbarte dies über eine breit gestreute Presseerklärung.

