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Selbst gesperrt.

creative commons 3.0 (by-nd) André Henze

Ein Einblick in ein kleines Katz- und Mausspiel mit den Moderatoren der Plattform Utopia

(Aus)gesperrt

Ich wollte mich anmelden und mal nachschauen, ob sich denn auf meinen gestern erneut eingestellten Artikel schon eine weitere Rückmeldung ergeben hat. Ein kleines rotes Kästchen zeigte mir jedoch an, dass ich nicht mehr erwünscht bin auf www.utopia.de. Schade an und für sich.
Ein Blick ins Postfach ließ ersteinmal Post von den Moderatoren vermissen, aber der ID »Uag« (Informationsdienst Utopia AG) war fixer und versuchte mich auf das unangenehme Erwachen vorzubereiten.
Zu spät. Aber immernoch fixer als die »AG«.

Die Post ist da

Nach einer viertel Stunde kommt dann aber auch ein Brief von Anna Lena Schiller ins Haus geflattert, in dem recht ausführlich über meine Verfehlungen berichtet wird.

 

Meine kurze Anfrage:

 

»Liebe Frau Schiller,

da bin ich jetzt ein wenig überrascht.

Ohne auf die weiteren Vorwürfe einzugehen, das scheint ja auch nicht im Ansatz gewünscht, darf ich davon ausgehen, dass ich aus diesem Brief öffentlich zitieren darf? Es werden ja wahrlich keine privaten Ressentiments ausgetragen. Ich finde alles recht ausgewogen formuliert auch wenn ich natürlich anderer Meinung in der Sachfrage bin.«

 

wird leider negativ beschieden.

Gleichzeitig weißt Anna-Lena Schiller jedoch darauf hin, dass ein Nacherzählen missverständlich sein könnte und man sich in diesem Falle eine Stellungnahme und eine Korrektur vorbehält. Warum man sich aber dann dermaßen sträubt aus der Email zitieren zu lassen bleibt mir unverständlich.

Das Vergehen

Im Prinzip wird mir boßhafte Kritik und das Verbreiten einer negativen Stimmung vorgeworfen. Das ist auch irgendwo nachvollziehbar. Habe ich doch immer mal Kritik geäußert, häufig konstruktive, wie ich finde. Wenn auf derlei Kritik allerdings keine Reaktion erfolgt, also nicht mal eine Absage, was soll man da machen?
Irgendwann fühle ich mich »nur ausgebeutet und im doppelten Sinne ›beschissen‹«.
Wer kann es mir verübeln, wurde ich doch von eben jener Anna-Lena Schiller in die Rolle des Moderators der Gruppe für konstruktive Kritik gedrängt, von ihr auch eingeladen in die Netiquette-Gruppe (hier ein paar meiner Beiträge), um die Richtlinien der Etiquette zu überarbeiten. Auf all die hübschen Beiträge die daraufhin verfertigt werden, gibt es nur wenig Rückmeldung, meistens recht ungenügende. Das führt dann auch mal zu recht harschen Einschätzungen des Gegenübers.
Das war nicht die feine englische Art. Aber auch erst eine der Frustration geschuldete Verhaltensweise. Dies gilt für viele Gesperrte, man vergleiche schlicht ihre ersten und letzten Redebeiträge und frage sich kritisch, wie es zu einer derartigen Verrohung im Umgangston kommen konnte.

Im Einzelnen

1. Ich habe Utopia und seinen Mitarbeitern Unglaubwürdigkeit und Unfähigkeit, ja Willkür, Unterdrückung der Meinungsfreiheit und Unprofessionalität vorgeworfen, heißt es. Das ist in Teilen richtig.
Zuletzt hätte ich mit dem Datenschutzbeauftragten von Berlin gedroht. Ob man mit einem Datenschutzbeauftragten drohen kann, sei dahingestellt. Aus welcher Intention heraus diese Versicherung kam, ist dagegen eindeutig. Einige Gruppenmitglieder trauten sich schlicht nicht mehr Kritik zu üben, nicht einmal in dem Rahmen einer abgeschiedenen Gruppe. Hier differieren Selbstbild der Utopia AG und Fremdbild frapant.

2. Laut meiner, ob der hastigen Sperrung, leider für mich nicht mehr im vollen Umfang zugänglichen Aussage, fühle ich mich »nur ausgebeutet und im doppelten Sinne ›beschissen‹. Zudem gibt es hier so ein regieren mit der Knute, dass an Unsensibilität kaum zu toppen ist und im allgemeinen als antiquiert betrachtet werden darf.«
Dazu stehe ich, möchte sogar hinzufügen, dass die Umstände meiner Sperrung (siehe »Das Prozedere«) diesen meinen Eindruck eher bestärken.

3. In der Begründung zur Sperrung heißt es weiter, dass meine Beiträge immer wieder darauf abzielten negative Stimmung zu verbreiten. Mein kleiner Spickzettel zeige deutlich, dass ich lediglich an der negativen Kommunikation mit und über Utopia interessiert bin, denn es finde sich kein einziger positiver Hinweis über Utopia dort wieder.
Nun, da haben beide Seiten vielleicht »Utopia« ein wenig zu wichtig genommen. Zumindestens kann man mir dies bei der Reihenfolge vorwerfen. Ein drittel der Literaturhinweise haben zumindestens einen anderen inhaltlichen Charakter, wie sich leicht nachprüfen läßt.
Der Utopia-Teil ist nach meinen Prioritäten geordnet Kommunikation vor Glaubwürdigkeit, und die nicht ganz so wichtigen Sperrungen zum Schluß.
Dabei kommen durchaus auch Links zu positiven Beiträgen vor, zu Claudia Langer, Werner Stickler oder Daniel Überall, wenn auch mit einem kritischen Kommentar meinerseits. Da ich in die Rolle des Kritikers gedrängt wurde (wohlgemerkt durch die Utopia AG selbst, dazu reicht ein Vergleich meiner Beiträge vor und nach meiner Ernennung zum Moderator des »Clubs der Dissidenten« durch Anna Lena Schiller) ist dies doch auch nicht verwunderlich. Meine Fokussierung auf dieses Thema ist also hausgemacht. Ich hätte mich auch lieber mit anderen Sachen beschäftigt.
Teilweise fand ich auch noch Zeit dafür.
- Booklooker-Kommentar
- Kommentar auf einen Kommentar
- Brauner Brückenkopf?
Während ich mir am Samstag morgen noch Lob für die letzteren Beiträge bei einem Teil des Utopia-Teams abholen darf, nicht ohne auch auf den ein oder anderen Schmerz bei meiner Kritik an Utopia selbst hingewiesen zu werden, werde ich am Dienstag von einem anderen Teil des Teams gesperrt. (?)

4. Mir wird nachgesagt ich unterstelle, dass Utopia kritische Utopisten sperre und dies sie dies willkürlich und unbegründet. Als Beweis hierfür wird der Artikel Gestatten: Willkür herangezogen.
Ich unterstelle in diesem Artikel nicht das Utopia kritische Utopisten sperre, weder willkürlich noch unbegründet. Dazu muß man den Artikel eigentlich nur lesen.
Vielmehr ist es so, dass ich an anderer Stelle auf Intransparenz aufmerksam mache die dem Verdacht auf Willkür förderlich ist, Transparenz hilft diesen Verdacht auszuräumen.
»Immerhin macht die Arbeit an der Transparenz, die Sperrungen nachvollziehbarer, wenn auch nicht akzeptierbar.«
Eher habe ich versucht, wenn es meinem technischen Verständnis möglich war, Verdächtigungen auf Willkür zu entkräften.
Wofür ich allerdings immer eintrat war Transparenz, weil das Verständnis für Handlungen Vertrauen schafft.

Ich will mit dem Artikel »Gestatten: Willkür« weder manipulieren noch negativ beeinflussen. Und finde gerade diesen Artikel sehr wohl konstruktiv und vermittelnd. Ich war sehr wohl an einem Dialog interessiert und wollt auch keinesfalls negativ provozieren.

Allerdings war die Antwort auf diesen Artikel, keine direkte, in der Gruppe der Dissidenten, wo ich ihn aus oben genannten Gründen zuerst einstellte. Vielmehr wurde nicht mir und nicht in der Gruppe geantwortet, sondern Daniel Überall antwortete im Utopia-Team Blog durch die Blume. »2. wer meint, dass Utopia-Mitarbeiter unfähig, intransparent und willkürlich sind, muss nicht bleiben – alle User sind freiwillig hier. Und gemeinsam sind wir Utopisten.«

 

Das empfand ich meinerseits als ein wenig polemisch. Um nun den Vorschlag welcher dem Artikel zugrunde liegt doch noch in eine Diskussion zu retten, habe ich mir erlaubt den selben in das Forum zu posten, soviel zur Wahl der Forums-Öffetnlichkeit. Immerhin hätten Hans-Werner und viele andere diesen Vorschlag ansonsten nicht wahrnehmen können.

 

5. Die Utopia-Macher werfen mir weiterhin vor ich habe verbale Prügeleien geschürt. Dies wird jetzt nicht konkret am Beispiel erörtert, ist vielleicht auch gar nicht mehr nötig.

6. Wichtig ist hingegen ein Satz in der Argumentation von Anna-Lena Schiller. Man hat durchaus Ansätze konstruktiver Beteiligung gesehen, allerdings auch schnell Polemik die signalisierte das kein Interesse an wirklichem Austausch bestand.
Gut über den Begriff Ansätze könnte ich mich mukieren. Das Signal des Desintresses war in keiner Weise beabsichtigt.
Und der Polemik bin ich schuldig. So trink ich meinen Schirlingsbecher.

Anna Lena schreibt mir, da ich mich trotz meiner Unzufriedenheit nicht von Utopia abgewendet habe, müsse man Konsequenzen ziehen, und sperre ab sofort mein Profil. Es ist nicht meine Art vor Problemen wegzulaufen. Auch wenn ich mit Teilen von Utopia unzufrieden war, dachte ich, man sollte vielleicht verbessern anstatt zu kapitulieren. Die Utopia AG sieht das anders.

Am 30.3. habe ich geschrieben »Nun denn, ich werde mir ein neues echt utopisches Betätigungsfeld suchen, anstatt hier meine Kräfte und Energie zu verschwenden.« – Ich habe es gefunden.

Das Prozedere

Das Prozedere von Sperrungen wird dem geneigten Utopisten gerne wir folgt erklärt:
»Dazu, damit ihr es nachvollziehen könnt, das Prozedere.

Sperrungen - User werden gesperrt (das heißt auf inaktiv gestellt, nicht gelöscht), wenn sie mehrmals, nach Aufforderung und wissentlich gegen die AGB oder Netiquette verstoßen. Die Hinweise darauf erfolgen öffentlich oder per PM. Für niemanden kann hier eine solche Sperrung (wohlgemerkt keine Löschung) überraschend kommen.« (Anna-Lena Schiller hier)
Für mich stellt sich ein kleines Problem dar, denn ich wurde nicht auf derlei Verfehlungen hingewiesen.
Auch nicht mehrfach. Eigentlich wurde mir meine Sperrung sogar erst nachträglich mitgeteilt.

Auch auf die Gefahr hin als Paragraphenreiter zu gelten, hier (unter #9) noch ein ebenso fabulöses Textbeispiel von Herrn Stickler:
»-> alle haben die Möglichkeit, sich wieder einzubringen, die ersten indem sie sagen, wie sie sich wieder konstruktiv einbringen wollen, die zweiten indem sie uns glaubhaft beweisen, daß sie keinen gesperrten Doppelaccount haben.

So ist das derzeitige Prozedere.«
Gleichzeitig schreibt mir Anna-Lena Schiller das ich von Rückfragen bitte abzusehen habe, da man seine Meinung nicht ändern werde.
Höre ich da einen Widerspruch heraus?

Nun denn, vielleicht wurde ja in der Zwischenzeit das Prozedere wiedereinmal geändert, ohne die Utopisten zu informieren. Eigentlich ist nun ja auch egal ob das ein Kommunikationsproblem ist oder man Transparenz nur so als Marketing-Gag versteht. Der schale Beigeschmack der »Willkür« bleibt.

Nocheinmal Ausgesperrt

Anscheinend wurde kurzzeitig meine IP geblockt, was dann folgenden lustigen Screenshot ermöglichte.

Screenshot »Ausgesperrt«

Lustig daran ist natürlich der Satz »Ende der Sperre: Nie«

.

Na, wer ist denn da die beleidigte Leberwurst?

Auch gut: »Utopisten haben viel zu sagen: … dann posten Sie es doch.«

 

Vielleicht ja dann doch lieber nicht, es sei denn, man möchte rausgeworfen werden?

 

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