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Schnäppchen-Weihnacht bei Entega

Wie man geprellte Mitarbeiter bei Laune zu halten versucht.

Utopia-Partner Entega feiert Weihnachten. 

Entega, das ist der Strom-Vertrieb, der Energie aus der Verbrennung von Gas verkauft und sich und seinen Kunden den damit verbundenen CO2-Ausstoß mit Aufforstungsprojekten schönzurechnen versucht. Angestellte dürfen dann Hemden mit dem Aufdruck »Klimaliebhaber« tragen.
Bekannt geworden ist Entega durch seine aggressive »Öko«-Werbung, mit der man sich als größter »Öko-Stromanbieter« zu profilieren sucht.
Dafür wird auch Geld in die Hand genommen. Da die Entega selbst gar keinen Strom produziert, sondern als 100%ige Tochter der HSE, eben jene den Strom erzeugt, läuft der Geldstrom durch diverse Tochterfirmen der HSE. Derweil hat man mit dem Öko-Stromen Jahrzehnte später angefangen, als die Konkurrenz, was wiederum dafür sorgt, dass man nunmehr deutlich tiefer in die Tasche greifen muss, um diesen Innovationsrückstand aufzuholen.

Vielleicht liegt es an diesem Umstand, dass nach einem Blick auf den leeren Boden der Kasse, die freiwilligen Leistungen für die Mitarbeiter 2011 ausfielen.
Als Ersatz für die Gratifikation lies man ein prächtiges Weihnachtsfest springen, wenn auch nur für der Hälfte der Belegschaft aus Vertrieb und einigen Tochterfirmen. Der Rest guckt in die Röhre. Das Motto der Feierlichkeit »Ein Team, eine Mannschaft, Klimaneutralität.« wirkt da nahezu höhnisch.
Immerhin, die Auserwählten konnten bei »Musik, eine(r) Talkshow mit Fußballern des Sponsor-Partners Mainz 05 und eine(r) Tombola« zusammenfinden und wurden mit Shuttle-Bussen zur Mainzer Coface Arena gebracht.

In den letzten 3 Jahren wurden 6 Millionen Euro an die 2300 Mitarbeiter der HSE ausgeschüttet, das entspricht durchschnittlich 2 Millionen per Jahr. Diesmal fielen die freiwilligen Leistungen des Arbeitgebers unter den Tisch. Mit 300.000 Euro für die »teambildenende« Weihnachtsfeier kommt Entega also deutlich billiger weg als in den Jahren zuvor. Als extra Betthupferl kündigt Andreas Niedermaier, Personalvorstand der Muttergesellschaft HSE, auch für 2012 an, die freiwilligen Leistungen ausfallen zu lassen.

Die kolportierten 300.000 Euro für die Weihnachtsfeier werden von Konzernseite weder bestätigt noch dementiert.
Ob man bei Entega wirklich ein Schnäppchen gemacht hat wird sich zeigen.
Auf freiwillige Leistungen des Arbeitgebers kann durch betriebliche Übung ein Rechtsanspruch entstehen. Die Dreijahresfrist, die für den Rechtsanspruch gilt, scheint im Falle Entega erfüllt, da seit 2008 derlei Leistungen ausgezahlt wurden.
Sollten Mitarbeiter und Betriebsrat nach Prüfung der Rechtslage Klage einreichen, könnte die Schnäppchen-Weihnacht somit nachträglich ins Wasser fallen. Immerhin könnten die Entega-Mitarbeiter dann ein Städtisches Gaswerk mit Schlot unter den Gaben-Baum legen.

 

Quelle: »Stille Nacht, teure Nacht bei der Entega«, Echo-Online

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