Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Wissenswertes republica Utopia Watchblog Ökokapitalistin bauchpinselt sich selbst
Navigation
 

Ökokapitalistin bauchpinselt sich selbst

Subversion ohne Ende?

Claudia Langer, Chefin der Utopia AG, sitzt im Büro und freut sich. Es ist ein breites Lächeln. Gerade ist die zweite Staffel ihrer »Guerilla«-Werbung raus. So gut hat sie sich das letzte Mal gefühlt, als sie für MTV Werbung machen durfte, und so jung.
Das ist schon ein wenig her, damals hat sie noch mit ihrer Werbeagentur .start die Brötchen verdient. Mit ihrem Mann Gregor Wöltje an ihrer Seite hat sie unter anderem für

 

 

Man hat also noch ein paar Leichen im Keller.

Heuer freut man sich aber erst einmal. Nachdem man sich auf der IAA mit subversiver Werbung in Szene gesetzt hat, will man noch einmal nachlegen und ruft zum Überkleben von Wahlplakaten nicht auf. Das sicher als Klou empfundene »nicht zu Straftaten aufrufen« wirkt ein wenig naseweis schülerhaft gegenüber den Ordnungshütern und dem Staat.
Man fühlt sich sicherlich richtig rebellisch. Leider erinnert mich jeder negierte Aufruf immer an die stramme Rechte, die gerne dazu aufforderte Andersdenkende zu besuchen und sie nicht zu verhauen, das letzte Mal im thüringischen Wahlkampf gegen Zeca Schall.

Neben diesem faden Beigeschmack will auch der rotzig-trotzige neue Werbeslogan »Ihr wisst wie's geht - Tut's doch!« nicht so recht zu der ehemals ausgegebenen Parole passen, die »nicht anprangern« wollte. Nun wissen wir, dass dieses freundliche und verständnisvolle Miteinander nur für die Utopia AG selbst und ihre milliardenschweren Sponsoren gilt, Drumherum darf schon ordentlich unter der Gürtellinie ausgeteilt werden.

 

Zur Subversion will auch nicht so recht der, auf jeder verbreiteten Druckvorlage prangende, leidige Produktname »www.utopia.de« passen, der aber nun einmal nötig ist in der Werbung. Einige Nutzer von www.utopia.de selbst, mokierten sich hierüber. Wir wissen allerdings selbst nicht wie man werben sollte ohne den Beworbenen zu benennen.

Unnötig zu erwähnen, dass die zweite Kampagne im Layout der erste aufs Haar gleicht, so dass sich der Verdacht weiter erhärtet, die Utopia AG hat da selber gebastelt, und nicht, wie sie behauptet, das Material zugespielt bekommen.
Dagegen spricht auch der schnell aber professionell (Bildqualität) gedrehte Werbefilm, welcher Menschen beim wilden Plakatieren zeigt und nicht dazu aufruft es ihnen gleich zu tun.
Parallel ruft man die Nutzer jedoch dazu auf, Vorschläge zu machen, wie man legal für Utopia werben könnte.
Die kreativen Ideen werden mit einem recht mickerigen Guthaben auf einer Kreditkarte entlohnt, natürlich, da es sich um Ideen von Consumern handelt und nicht um eine Agentur-Beauftragung, hier müsste das Preisgeld nämlich laut Wettbewerbsrecht bei einem Vielfachend der Arbeitsleistung liegen.
Die Entlohnung mit schnöden Mammon passt zumindest zum Konsum-ist-Geil-Portal.

Leider ist die Wahl-Kampagne der Utopia AG inhaltlich ebenso schwach wie die der privaten Fernsehsender Ich gehe 2009. Die Mischung aus abwesenden Inhalten und verbalisierten Aufruf bezeugt schlicht die Leere im Hirn der »Aktivisten«. Immerhin noch eine dokumentarische Leistung.

PS: Hier gibt es keine Bilder von, und keine Links auf die Kampagne. Wir wollen ja nicht sinnfreiem viralen Marketing aufsitzen.

Artikelaktionen