Mit beiden Beinen im Fettnäpfchen - so geht's in's neue Jahr
Claudia Langer brilliert zum Jahresende nachhaltig einfältig.
Das Bequeme am Utopia-Watchblog war dieses Jahr, dass ich ohne viel Mühe die Tollpatschigkeiten meiner Delinquenten aufsammeln konnte, denn was sie anfassen packen sie mit Sicherheit falsch an. Daran wird sich leider auch 2010 nichts ändern. »Leider«, denn ich wünschte mir weniger Arbeit hier, und dies ließe sich einrichten, würden die Bediensteten der Utopia AG mal das Gehirn benutzen, dass ihnen der liebe Gott mitgegeben hat. (Alles andere ist verschwenderisch.)
»Ich hasse Digitaluhren!!!«
Kurz vor dem großen Fest des Konsumierens hält Utopia-Chefin Claudia Langer einen letzten strategischen Einkaufstipp für uns bereit.
Zuvor klärt sie uns darüber auf, dass sie Digitaluhren verabscheut. Das verwundert nicht, ist Claudia doch eh als Konsumentin eher der »Manufaktum«-Typ. (Denen ist Ökologie eigentlich scheiß egal, es muss nur alles irgendwie aus Holz sein.) Unser Craddle-to-Craddle Designer, Michael Braungart, würde Manufaktum-Designer sicherlich mit Nike-Schuhen steinigen. Doch ich schweife ab.
Habe ich schon erwähnt, das es wieder eine Menge Ausrufezeichen in Claudias Text gibt (siehe Überschrift). Das ist herrlich prollig, aber so sind sie nun mal, die Werber. »BRÜLLEN!!!!« den lieben langen Tag. Was soll man auch anderes anstellen, wenn man nichts zu sagen hat und einem zudem noch keiner zuhört. Vielleicht hatte Claudia deswegen immer diesen Heiserkeits-Schal um.
Claudia hasst, wenn auch nur Digitaluhren. Und stellt in ihrem Blog eine tolle Digitaluhr von den Berlinern um StandardTime.com vor.
Eine schöne Idee diese analoge Digitaluhr, die mit Fotos für jede Sekunde daherkommt. Die DVD mit 86400 Bildern kann auch mit dem Computer synchron geschaltet werden.
Was Claudia Langer entging, statt dem Stromverbrauch einer einfachen Digitaluhr oder eines pekigen Weckers, braucht die StandardTime-Anwendung einen ganzen Bildschirm, man wirbt mit einem extra Bildschirm in der Küche und einem digitalen Bilderrahmen.
Das Ergebnis nach kurzem Überlegen: Stylisch ja, ökologisch nachhaltig nein; passt also super zur Plattform Utopia.
Irritierend sind eigentlich nur noch die blöden Stromsparkampagnen, die fühlen sich so hippie-like an. Dann lieber Entega-Strom aus Putin'schen Gas-Reserven per Pipeline quer durch die Ostsee.
Wieder steht Claudia Langer mit beiden Beinen im Fettnäpfchen, wie einbetoniert. Wir wünschen mehr Weitsicht für's nächste Jahr und: »Hüte Dich vor zu tiefem Wasser.«

