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hessnatur wird verscherbelt.

Der Utopia-Partner hessnatur kommt unter den Hammer.

Für einige Aufregung sorgte die, von der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung verbreitete, Meldung, hessnatur würde vom amerikanischen Finanz-Investor Carlyle übernommen, der in der Rüstungsindustrie aktiv und durch Buy-outs bekannt ist. Von Heuschrecken war die Rede.

Geschäftsführer der hessnatur, Wolf Lüdge, äußert seine Bedenken gegenüber einer Übernahme von hessnatur durch Carlyle, »Eine Eigentümerschaft von Carlyle würde ›den Kern der Marke‹ und die ›Community von Hess-Natur‹ zerstören«, heißt es in der FR. Betriebsratschef Walter Strasheim-Weitz befürchtet Mitarbeiterschwund durch Umsatzeinbußen, denn »die beiden Unternehmen passen so gut zusammen wie der Teufel und das Weihwasser.«

Hessnatur gehört zur Spezialversand-Sparte, Primondo Speciality Group (PSG), des untergegangenen Arcandor-Konzerns, die nunmehr Eigentum des Karstadt Quelle Mitarbeiter Trust (KQMT) ist.

Während der Geschäftsführer der PSG gegenüber dem Grüne-Mode-Blog jegliche Verkaufsgerüchte dementiert, »Es laufen definitiv keine Verkaufsverhandlungen«, lässt KQMT-Vorstand Detlev Haselmann in der Berliner Zeitung verlautbaren, es gebe eine Reihe von Interessenten, zu denen neben Finanz-, auch strategische Investoren zählten: »Auch Carlyle gehört dazu.« Die unternehmensinterne Kommunikation scheint hier noch nicht richtig zu greifen. 

Die hessnatur gehört zur PSG, diese jedoch der KQMT, so wird wohl letztere die Entscheidungshoheit über den Verkauf von hessnatur haben. Im Blog von hessnatur heißt es deshalb »Der Verkauf an einen neuen Besitzer ist – wie bereits in der Vergangenheit in den Medien berichtet – geplant. Der Zeitpunkt des Verkaufs und der aktuelle Stand der Verhandlungen ist uns derzeit jedoch nicht bekannt.« hessnatur wird also als letztes unterrichtet und scheint keinen Einfluss auf die Verkaufsentscheidung nehmen zu können.

Die KQTM bringt für etwa 50.000 ehemalige Angestellte von Karstadt/Quelle die Betriebsrenten auf, die »Heuschrecken« sitzen somit diesmal in Deutschland und schieben den schwarzen Peter lediglich einem Investor zu.
Da die hessnatur keine Entscheidungsgewalt zu haben scheint, müssen mal wieder die Konsumenten ran, Attac mobilisiert gegen den Verkauf an Carlyle, eine Demonstration und eine Protestnote sind bereits auf den Weg gebracht.

Egal wer hessnatur übernimmt, Utopia muss um den Premium-Partner bangen, es sei denn es gelingt, sich mit den neuen Inhabern zu arrangieren. Vielleicht gibt’s im Utopia-Shop dann Bio-Tarnnetze und Uniformen mit Ökotex-Siegel zu kaufen.

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