Freundliche Übernahme
Vorschlag aus der Community: Utopia AG kaufen.
Utopist Boris1984 stellte heute die Gute Frage an die Community, ob man nicht die Utopia AG übernehmen sollte:
»Wer gründet die utopia in Bürgerhand e.G. (uiB) mit? Eine Anspielung auf ›Energie in Bürgerhand‹.«
Begründet wird diese Frage mit den »aktuellen Vorkommnisse[n] um die Förder-Partnerschaft mit BP, aber auch [der] äußerst zweifelhafte[n] Partnerschaft mit Henkel« und der Unabdingbarkeit, »die Organisationstruktur der Utopia AG zu verändern und allen Stakeholdern von utopia auch wirkliche Partizipationsmöglichkeiten zu bieten anstatt nur Bittsteller oder 3. Rad am Wagen zu sein«.
Vorgeschlagen wird eine Utopia in Bürgerhand e.G., allerdings nicht um die Utopia AG zu übernehmen, sondern, um »sich über diese bei der Utopia AG ein[zu]kaufen«. Als Beispiel für dieses Beteiligungsmodell dient die Energie in Bürgerhand e.G. (EiB), »die Anteile der thüga AG erwerben möchte«.
Ein Einkauf in die AG birgt allerdings mehrere Probleme.
Zum einen ist man von Claudia Langer's Wohlwollen abhängig, als quasi Alleinaktionärin (92%) hält sie ihre Mehrheitsbeteiligung nicht ohne Grund seit drei Jahren beschränkt. Sie müsste überzeugt werden, »dass eine von vielen Stakeholdern kontrollierte e.G. (als Hauptaktionär der AG) eine nachhaltigere Versionen ist, Utopia langfristig zu betreiben«.
Zum anderen bringt eine Minderheitsbeteiligung der Utopia in Bürgerhand e.G. auch keine bessere Position mit sich, als die, die man heute schon einnimmt, die eines Bittstellers. (Im Falle der EiB ist genau das das Ziel: »Mit einer Beteiligung von 3-10% verspricht sich die EiB zwar keinen großen Einfluss aber doch immerhin genug Relevanz, um nicht ungehört zu bleiben«.) Eine Position die Utopisten schon heute inne haben und die ihnen nichts nützt.
Eine Mehrheitsbeteiligung käme einer Übernahme gleich. Dafür müsste jedoch ein Wert bestehen, den man kaufen könnte.
Der einzige Wert der Utopia AG besteht jedoch in ihrem Image. Die Werberin Claudia Langer hat erfolgreich eine Marke aufgebaut, mehr nicht.
Die Qualität des selbst erstellten Inhalte haben wir im Watchblog schon das ein ums andere Mal kritisiert.
Die Software des Portals läuft immerhin, es handelt sich jedoch um ein unkoordiniertes Sammelsurium von Funktionalitäten, die man sich bei anderen abgeschaut hat (Blog – Facebook, Gute Frage - Gute Frage.net, ProduktGuide - OnlineShop, Magazin - Zeitschrift, Utopia CityGuide - GoogleMaps) und das Interfacedesign bleibt gruselig. Zudem ist der Chefentwickler gerade zu ClimatePartner gewechselt. Es darf also in Frage gestellt werden ob die Software einen Wert darstellt.
Bleibt eine begnadete Grafikerin, die man weiter beschäftigen sollte und ein Community die aus ca. 650 Aktiven (90-9-1) besteht. Bedenkt man diese Anzahl wirklich aktiver Nutzer, entwickeln sich die Werbepartner, als ein weiteres Pfand der Utopia AG, schnell zu einer zerplatzenden Seifenblase. (Man stelle sich vor, jemand bei der Telekom muss seinem Vorstand erklären, warum man 100.000 € verbrannt hat, um ökologisch vertretbare Produkte einer mickerigen Zielgruppe anzupreisen, die diese Produkte von sich aus eh schon nachfragt, also für eine Art »Boost consumer confidence in the American auto industry«-Kampagne derart viel Geld auszugeben, wie es sich selbst die US-Regierung nur in einem Spielfilm leistet (»Dave«). Immerhin ist die Konstellation fiktiv genug, um wahrhaft utopisch zu wirken.
Selbstredend wird der Traum von Partizipation an der mangelnden monetären Beteiligung platzen, denn egal welchen Wert die Utopia AG real haben mag, würde Claudia Langer, nach Investition eines sechsstelligen Betrags, zumindest auf einen Return of Investment drängen.
Beim Geld rutscht vielen das Lohasenherz dann doch in die Hose.
Ein Vorstandspöstchen für einen von der Community gewählten Vertreter, wie es einer der Kommentatoren vorschlägt, wäre hingegen nur Bittstellen auf hohem Niveau – ein Narr, der sich zur Königin gesellt.

