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Berliner Utopia-Stammtisch erneut vor dem Aus?

Utopia bringt Raummiete für Berliner Stammtisch nicht auf.

Ein guter Kapitalist verfügt über Kapital.
Auch wenn die Utopia AG gerade REWE und die Deutsche Telekom AG ins Boot geholt hat und sich vom Baden-Württembergischen Landesumweltministerium die Hälfte ihrer Softwareentwicklungskosten finanzieren lässt, reichen die neu angezapften Geldquellen noch nicht aus, um wieder die Raummiete für den Berliner Stammtisch zu sponsern. Da die sich treffenden Lohas zumeist eher Absichtsbekunder denn Aktivisten sind, ist eine Finanzierung aus der Community ebenso fraglich.
Mit dem Betreiberwechsel des HUB Berlin und der damit einhergehenden Erhebung einer Raummiete steht das Aus für den Stammtisch erneut bevor.
Als Ausweichstandort wird sogleich ein Bio-Café vorgeschlagen. Derlei Veranstaltungsorte sind jedoch für die ihnen eigene Unruhe und Unflexibilität bekannt. Beamer-Präsentationen und stetig wechselnde Gruppenstärken sprechen eher gegen eine derartige Lokalität. Zudem, verzehren sollte man schon etwas, damit hier eine Win-Win-Situation für die Café-Betreiber entsteht.
Gesucht ist also vielmehr ein schnuckeliger Konferenzraum, der sich in der Infrastruktur der eigenbrödligen Low-Hasen nicht findet.

Die Probleme des Eröffnens und der Rückgewinnung öffentlicher Freiräume sind alte Bekannte, für die Lohas allerdings sicher neueren Datums.
Die fehlende Finanzierung zeugt vom eigenen wirtschaftlichen Unvermögen oder dem fehlenden sozialen Anspruch, denn eine Verweigerung gegenüber dem herrschenden ökonomischen Denken lässt sich für diese Gruppe Weltverbesserer schwerlich attestieren. Das die Mutter Utopia nicht einspringt liegt wohl schlicht an deren eigenen Geldsorgen. Die Alternativen dürften recht unbekannt sein, da die utopischen Egomanen erst noch ihre sozialen Fühler ausstrecken.

Einen Einstieg in alternative Denkweisen hätten für die Utopisten die Libertären Tage in Dresden seien können, die man beim Namensvetter Utopien entdecken nachlesen kann. Hier hätte man auch Erfahrungen im erkämpfen von Freiräumen und im Scheitern bei derlei Aktionen sammeln können.

Eine erste Tuchfühlung gab es bereits auf dem Berliner Februar-Stammtisch. Eine Utopistin berichtete von ihren Erfahrungen mit einer selbst organisierten Klamotten-Tauschparty. Die Kleidungsstücke entlieh sie kurzerhand dem Umsonstladen der Brunnenstraße 183, welche währenddessen geräumt wurde, was die Rückgabe der nicht benötigten Sachen verunmöglichte.
Hier zeigt sich Offenheit und Potential. Es ist also nicht alles verloren. Wenn auch die vorerst gewählte Notunterkunft »Café« eher ernüchtert.

Wir sind gespannt, ob sich die Utopisten noch einmal berappeln oder ob der Stammtisch wirklich in ein Kaffeekränzchen der Nabelschau übergeht.

 

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