Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Sie sind hier: Startseite / Wissenswertes / republica / Utopia Watchblog / Schummelstromanbieter Entega erneut auf Utopia

Schummelstromanbieter Entega erneut auf Utopia

Energieriese versucht weiter Schummelstrom zu verkaufen.

Zweiter Anlauf für den Energieanbieter Entega

Einigen Nutzern von www.utopia.de ist der Ökostromanbieter Entega noch in Erinnerung, gab es doch 2008 einen Disput über den Schummelstromlieferanten und eine Nominierung für den, damals noch hausinternen, Greenwashing-Preis »Die Grüne Tomate«.
Auch die Utopia AG hat den Flop noch gut in Erinnerung und leidet keinesfalls unter Gedächtnisschwund. Diesmal schickt man statt der zwei Geschäftsführer mit Vorstand Holger Mayer eine der »einflussreichsten und zugleich faszinierendsten Führungspersönlichkeiten« ins Rennen. Allein die inflationäre Verwendung von derlei Superlativen lässt uns zweifeln, dass sich am Angebot von Entega etwas geändert hat. Diese Frage kann man sicher Holger Mayer im Live-Chat am 12. Oktober 2010 stellen.

Wie öko ist Entega?

Utopia souffliert

Wie üblich gibt die Utopia AG schon ein paar interessante Fragen vor und bittet darum, Fragen für den Live-Chat einzureichen. (Die utopistische Auffassung von live verblüfft uns dabei immer wieder, denn auch am Montag werden die Fragen erst vom Moderator vorgekostet.)
Die von der Utopia AG bereits soufflierten Fragen lassen durchblicken, dass ENTEGA zumindest an der Argumentation gearbeitet hat:

    »
  • Was bedeutet etwa die EON-Beteiligung für die Kunden von ENTEGA?
  • Finanzieren die Produkte von ENTEGA auch den EON-Konzern mit?
  • Wie kann die Qualität von Ökostrom gewährleistet werden?
  • Macht es Sinn, die durch die Verbrennung von Erdgas entstehenden CO2-Emissionen zu neutralisieren?
  • Wie nachhaltig kann ein Energielieferant überhaupt sein?
  • Wie »grün« ist der ENTEGA-Strom?
  • «

 

Entega unter die Haube geguckt

Einige der Fragen wurden sicher bereits in der Diskussion 2008 auf www.utopia.de beantwortet, sind jedoch leider mittlerweile im Utopia-Universum verschütt gegangen.

Uns interessiert nicht was die E.ON-Beteiligung für Entega-Kunden bedeutet, sondern was ein Kunde bei Entega für E.ON bedeutet. Die Kaufentscheidung »Ökostrom« soll nicht nur unser Gewissen erleichtern, sondern auch strategisch wirken. Mithin sollen damit Unternehmen gefördert werden, welche sich nachhaltig für eine Wende in der Energiewirtschaft einsetzen. Eine Tochter von einem der vier großen Stromanbieter stellt hier wohl eine schlechte Alternative zu Naturstrom, Lichtblick, Greenpeace Energy, den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) oder den Strommixern dar.

Auch wir fragen uns ob die Produkte von Entega den E.ON-Konzern mitfinanzieren, dass hier Gewinne anteilig fließen fänden wir allerdings völlig normal.
Mehr interessiert uns allerdings, warum E.ON über die 100prozentige Tochter Thüga AG zu 40% an der HEAG Südhessische Energie AG (HSE) beteiligt ist, welcher wiederum, zusammen mit der Stadtwerke Mainz AG, die ENTEGA Vertrieb GmbH & Co. KG gehört.
Dieses Tochter-Tochter-Tochter-Modell der Unternehmensorganisation hat seinen Zweck. So kann man schnell und bequem die eigenen Einstellungen und Werte (Corporate Identity) dem Kundenwunsch anpassen.
Entega hat z.B. laut Organic Blog »bereits 2008 […] den Atomausstieg vollzogen und verzichtet seitdem auf den Einkauf von Atomstrom.« (Mir stellt sich bei derlei Meldungen sofort die Frage, warum sie wohl vorher Atomstrom verkauft haben.)
Parallel geht ob solcher Erfolgsmeldungen unter, dass der Partner-Eigner von Entega neben der HSE, die Stadtwerke Mainz, zusätzlich zu ihrem Öko-Engagement gerne auch in Kohle machen, wie es Konsumpf berichtet. Die Stadtwerke Mainz sind mit 50% an der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG beteiligt, die ein 800MW-Kohlekraftwerk bauen möchte, das die CO2-Emission der Mainzer, laut der Initiative »Kohlefreies Mainz«, auf den Stand der USA hochkatapultiert.
Da wirken die Entega-Versprechungen vom klimaneutralisierten, da CO2-ausgeglichenen, Erdgas, gar nicht mehr so glamourös, eher im Gegenteil.
Wir können festhalten: Man muss die Firmenverflechtungen gar nicht bis zum großen bösen Riesen E.ON zurückverfolgen, um über die ein und andere Schweinerei zu stolpern.
Bei der HSE sieht es auch nicht viel besser aus. Der Anteil von regenerativen Energien beträgt 10% des gesamten Stromangebots des Unternehmens, und damit 5% unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.
Man hat sich also ganz schön spät auf den Weg gemacht.

Nachtrag, 2011: Die Beteiligungen befinden sich u.U. nicht mehr auf dem aktuellsten Stand, die HSE versucht seit 2010 die E.ON-Anteile am eigenen Unternehmen zurückzukaufen. Derweil ändert dies nichts an der Zusammensetzung ihres Energiemixes.

Bei alldem bleibt die Weste von Entega rein grün. Was kann man denn schon für die anderen Handlungen der Eigner.

Infografik HSE, Stadtwerke Mainz AG und Etega - Greenwashing per Unternehmenssplitting

 

Im Prinzip ist Entega eine weiterer Versuch mit viel Werbung und PR dem Schmuddelstrom ein grünes Mäntelchen umzuhängen, indem man insbesondere das Ökostromangebot hervorhebt und über den Rest schweigt (siehe hierzu die korrigierte Grafik weiter unten).

Entschuldigung!

Da sind wir jetzt glatt selbst dem Greenwashing der Utopia AG und ihres Partners aufgesessen. Nur weil die Entega Vertriebs GmbH & Co KG auf der Utopia-Website und ihrer eigenen Website lediglich ihren (Öko)-Strom und ihr (Öko)-Erdgas bewirbt, heißt das noch lange nicht, dass sie nur mit solchem handelt. Das Erdgas bleibt auch bei CO2-Neutralisation ein Fossil und wird als Stromlieferant keinesfalls ein Öko-Vorreiter.
(Bei all den Fragen zur Ökologie von Entega, fällt dann auch die Gaspreisbindung, also die Kopplung vom Gas- an den Ölpreis nicht weiter auf.) Im hinteren Eck der Entega-Webpräsenz findet sich unter dem Schlagwort »Ökologie und Nachhaltigkeit« der Strommix der Entega: Atomstrom 20%, Fossile Energieträger 56%, Erneuerbare Energieträger 24%. Die Zahlen stammen noch aus dem Jahr 2007. 2008 wollte die Entega aus dem Atomstrom aussteigen. Bei unserer Nachfrage nach aktuellere Daten werden wir an die Kundenbetreuung verwiesen. »Da sind sie dann goldrichtig.«, heißt es noch, unter der angegebenen Telefonnummer (0800/480888) dann allerdings»Der gewünschte Gesprächspartner ist zur Zeit nicht erreichbar…«.
Macht nichts, nehmen wir halt die Zahlen die wir haben, und bauen eine neue Grafik. Gerade antwortet auch Frau Dr. Antje Hermanni, Leiterin der PR der Stadtwerke Mainz AG: »Der Anteil [der regenerativen Energien] lag Ende 2008 bei etwa 3%«.

Infografik HSE, Stadtwerke Mainz AG und Etega - Atom und Kohle dominieren

 

Wie werden aus 10 % und 3 % Ökostrom 24 %? (Nachtrag: Innerhalb von einem Jahr hat man die Quote von 24% auf 64 % aufgestockt ohne den Anteil tatsächlich produzierten Ökostroms signifikant erhöhen zu können. Die Frage muss also mittlerweile lauten: Wie werden aus 10 % und 3 % Ökostrom 64 %?) Man verkauft als HSE und Stadtwerke Mainz allen Ökostrom an die Entega aber nur einen Teil des Schmuddelstroms, schon hat man sich ein grünes Mäntelchen übergestreift. Den restlichen Schmuddelstrom verkaufen HSE und die Stadtwerke Mainz direkt, vorzugsweise an die Industrie und als Grundversorger, das bekommt der Entega-Kunde nicht mit.
Entega folgt jedoch lediglich Marktmechanismen. Für die Vernachlässigung des Netzbetriebs und das wachsende Interesse an Energieerzeugung und mithin regenerativen Energien ist einzig die wirtschaftliche Betrachtung ausschlaggebend. (Siehe hierzu Holger Mayer's Artikel im nächsten Absatz.)
Die PR-Strategen von Entega haben für den Einstieg in die Energieerzeugung das Schlagwort »Energiedemokratie« aufgegriffen. Unter dieser Begrifflichkeit wird eigentlich eine Enteignung zu Gunsten von mehr kommunaler Beteiligung verstanden, so der attac-Bericht.
Den Teil mit dem kommunalen Zuschlag haben die HSEler in ihrer Gier wohl begriffen, das ihr Teilhaber E.ON vielleicht nicht so beglückt sein könnte, tritt da schnell in den Hintergrund. Man möchte selbst einer der großen werden, Expansion hatte man sich schon ein Jahr zuvor auf die Fahnen geschrieben. »Entega will größter deutscher Ökostrom-Anbieter werden« titelte seinerzeit die FAZ.
Ob zwanghaftes Wachstum heute noch ein sinnvoller wirtschaftlicher Weg ist, wird sich zeigen. Wohin der Wunsch führt, selbst zum Monopolisten aufzusteigen, hat die Entega schon 2007 unter Beweis gestellt, ein Preisdiktat im Stammgebiet des Kartells wurde gerichtlich unterbunden. Mit einer recht freien Begründung wurde 2008 dieses Urteil vom Oberlandesgericht wieder aufgehoben.

Holger Mayer

Portrait Holger Mayer

Den Lebenslauf von Entega-Vorstand Holger Mayer kann man auf den Seiten der HEAG Südhessische Energie AG nachlesen, wo er ebenfalls Vorstand ist, unter anderem mit einem Schwerpunkt im Vertrieb.
Diesem lässt sich entnehmen, dass Mayer sich in der Betriebswirtschaft zu hause fühlt und ein zweites Standbein im Recht hat.
Seinen Beitrag »Das Netz ist dem Stadtwerk sein Tod« auf Verwaltung Modern leitet er mit der Prognose ein, dass Schönau nicht wiederholbar sei. Gemeint ist hier explizit die Übernahme des Stromnetzes durch die Stadt Schönau. Seine wirtschaftliche Analyse, kontra der Netzübernahme durch die Kommunen, zeigt eine Argumentationslinie rein auf Ertrag basierend, für einen Betriebswirtschaftler sicher nicht ungewöhnlich. Als Schlussfolgerung rät Mayer vom Netzkauf ab und empfiehlt Kommunen den Einstieg in die Energieerzeugung. Die Zukunft liegt für ihn nicht in der, weniger profitablen, Pflege der Infrastruktur, sondern in der, maximalen Profit versprechenden, Stromerzeugung.
Die mehrheitlich kommunale HSE (ca. 60 %) und den 100% kommunalen Partner Mainzer Stadtwerke AG wird das u.U freuen.
Die Argumentation greift allerdings zu kurz, bedenkt man, dass regenerative Energien nur sinnvoll über ein, noch zu errichtendes Gleichstromnetz, in den Gesamtstrommarkt eingebunden werden müssen. Die fehlende Investition in dieses Netz hätte für die Erzeuger regenerativer Energien verheerende Auswirkungen.

Derweil versteht die HSE selbst Entega lediglich als »die gemeinsame Vertriebsgesellschaft der HSE und der Stadtwerke Mainz AG«, ist mithin wenig nachhaltig, deutlich absatzorientiert.

Ein Blick in die Zukunft

Absichtserklärungen hat die HSE, nicht der angeschlossene Entega-Vertrieb, in der Schublade. In den nächsten 5 Jahren will die HSE den Ökostromanteil von 10% auf 20% aufstocken, indem man sich an Wind- und Solaranlagen, sowie Bioenergiekraftwerken im In- und Ausland beteiligt.
Der Traum der Stadtwerke Mainz AG zum Thema Kohlekraftwerk ist erst einmal auf Eis gelegt, hier tut sicherlich eine Neuorientierung Not. Neben dem Kohlekraftwerk hat man auch hier die regenerativen Energien im Blick, ob der Ausbau von derzeit 3% auf 30% im Jahr 2020 realistisch ist, wird die Zeit zeigen.
Nur zum Vergleich: Lichtblick, Naturstrom, Strommixer und Greenpeace produzieren schon heute jeweils 100 % Strom aus regenerativen Energien.

Der Live-Chat

Gerade wollten wir ein paar Fragen für den utopistischen Live-Chat mit Holger Mayer einreichen, und mussten erkennen, auch die Fragen bzw. deren Zulassung wird wohl hinter verschlossenen Türen verhandelt. Die Fragen erscheinen also nicht in der Fragenübersicht und können auch nicht ob ihrer Relevanz von den Nutzern bewertet werden.
Leider wird bei den utopistischen Live-Chats nie deutlich, welche Fragen vorab eingereicht wurden und welche wirklich live gestellt werden.
Selbstredend konnten auch nicht alle Fragen der Community in der kurzen Zeit des Live-Chat beantwortet werden. von meinen eigenen haben es gerade mal zwei in die Endrunde geschafft, von denen eine erschöpfend beantwortet wurde.
Vielleicht werden die restlichen Fragen ja mit der Veröffentlichung des Chat-Skriptes nachgereicht. (Anm. d. Red.: Nein.)

Wir haben gelernt, dass die HSE von der Kohle und vom Atom weg ist und ihre 90% fossilen Energieträger ausschließlich aus Gas generiert. Erdgas war der Energieträger, der Anfang des Jahres laut Handelsblatt knapp wurde, da sich Russland und die Ukraine in der Wolle hatten.
Damit derlei Engpässe nicht zum Problem werden, wird eine zweite Pipeline in der Ostsee gebaut, nennen wir sie Kanzler-Trasse, zusätzlich zu denjenigen die durch die Ukraine führen. Daran ist nicht die HSE und auch nicht die Entega wohl aber die E.ON Ruhrgas beteiligt, und E.ON hält bekanntlich 40% der HSE-Anteile.
Die Ostsee-Pipeline bereitet manchem Umweltschützer Bauchschmerzen, da das Nord Stream-Konsortium zwar hochqualitative Untersuchungen zur Beeinträchtigung der Umwelt durch die Trasse vorgelegt hat, jedoch recht konzeptlos ist, wie man diese Beeinträchtigungen ausgleichen könnte, so der WWF.

Die 24% Ökostrom im Energiemix von Entega bestehen momentan hauptsächlich aus nordischer Wasserkraft.
Der Solarstrom-Anteil, liegt »bei knapp 1% … des Ökostromanteils«, so Holger Mayer recht selbstironisch im Live-Chat, also bei 0,24% des Gesamt-Energiemixes der Entega (das wäre dann ein dünner Strich in der Tortengrafik oben).
In Offshore-Windkraftanlagen will man investieren, man denkt groß. Die Meeresbiologie scheint damit nicht das Steckenpferd der Entega zu sein. Der Naturschutzbund (NABU) bemängelt zumindest eine fehlende Rücksicht auf die Meeresbiologie auf Seiten der Wirtschaft. Das Umweltbundesamt hatte diesbezüglich einmal eine Studie in Auftrag gegeben.
Sicherlich wird die Entega in regenerative Energien investieren, oder doch eher die HSE, man kommt leicht durcheinander, vor allem da Herr Mayer beiden Unternehmen vorsteht.
Bei den Investitionen denkt man in großen Maßstäben. Da muss dann der ein oder andere Kompromiss gemacht werden, bei der Umweltverträglichkeit. Die oft betonte Höhe der geplanten Investitionen ist dabei nicht ganz uneigennützig, diese ist nicht nur notwendig weil die HSE so viel nachzuholen hat, sondern auch wegen der Profitabilität.

Wenn die Entega von dezentraler Energieversorgung und Energiedemokratie redet, heißt das nicht so sehr dezentrale Energieerzeugung im Sinne von autarker Energieerzeugung, sondern lediglich Teilhabe am Energiemarkt der vier größten Anbieter (E.on, RWE, EnBW und Vattenfall) durch den kleineren Wettbewerber (HSE/Entega). Auch eine Aufsplittung nach Märkten oder regional ist nicht geplant, eher will man mit Zukäufen wachsen.
Im Ökostrommarkt möchte man sich bei Erzeugern beteiligen, anstatt selbst zu bauen. Sicherlich wieder eher die HSE als der Entega Vertrieb.

Die HSE hat mit ein bisschen Glück in 45 Jahren komplett auf Ökostrom umgestellt (bleibt es bei der Quote von 10 Prozent alle 5 Jahre), reine Ökostromanbieter haben also schon jetzt einen Vorsprung von einem halben Jahrhundert. Allerdings sollte sich Entega mit der HSE und den Stadtwerken Mainz auch ranhalten, denn bevor in 62 Jahren das Erdgas ausgeht, wird der Spaß sonst doch recht teuer.

Guerilla-Marketing statt Produktentwicklung

In Ermangelung eines vernünftigen Produktportfolios muss Entega tief in die Trickkiste greifen.
Da man hauptsächlich Gas verbrennt, um Strom zu erzeugen, sich die CO2-Emission und auch die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis nicht direkt als Verkaufsargument nutzen lassen, informiert man an zwei Fronten.
Die CO2-Emission rechnet man sich mit Baumpflanzungen schön, lässt die Kunden aber im Ungewissen, ob diese Milchmädchenrechnung auch wirklich aufgeht. Zum Werbeslogan vom klimaneutralen Gas reicht es allemal. Für alle Vergesslichen hier noch einmal eine Gegenüberstellung der echten CO2-Emissionen verschiedener Energielieferanten.
Den Profit, den Entega bei den Gasstromkunden einstreicht, gibt man bei dem minimalistischen Ökostromangebot als Tiefstpreis heraus und trotzt so echten Ökostromanbietern Kunden ab. Das wird nicht lange so funktionieren, aber mindestens lange genug, um die Ökostromproduzenten kaputt zu kriegen und im Ökostromsegment zum Branchenersten aufzusteigen.

Da das eigene Produkt bekanntlich müffelt, muss sich Entega schon etwas einfallen lassen, um die Kundschaft zu blenden. Was funktioniert da besser als das gerade generierte Pseudo-Argument von der Klimaneutralität richtig groß aufzublasen.
Neuester Clou beim Werben um Kundschaft, die Schneemanndemo zu Berlin, Entega wirbt für ein besseres Klima.
Die Werbung wirkt sehr professionell produziert, was wohl am Finanzier (Entega) liegt. Schon Tage vorher rennen Schauspieler herum und belästigen Berliner, um möglichst viel viraltaugliches Videomaterial zusammenzukriegen, denn die Aktion muss medial ausgeschlachtet werden, auch wenn die eigentliche Demo ein Reinfall werden sollte. Mal schauen ob die Schneemänner ähnlich floppen wie der RWE-Energieriese, oder ob sich die denkfaulen Massen mal wieder verschaukeln lassen.

Das Gas für die Entega kommt jedenfalls auch aus der Erde, Pipelines und Gaswerke werden am Ende der Welt aus dem Boden gestampft, nicht gerade umweltfreundlich (Klimafreundlich muss nicht umweltfreundlich sein, doch natürlich weiß Entega um den Kurzschluss der manch' potentiellem Kunden hier unterläuft.). Übrigens in einer Ecke der Welt wo 30 Grad unter Null als warm gelten. Zum Abschluss keine lustigen Schneemannbilder mit »Ui, sind die süß«-Kommentaren sondern ein versöhnliches Bild vom alten Urengoj, der Stadt, die es ohne Gas- und Öl-Förderung gar nicht geben würde.

Grüße aus dem alten Urengoj

Navigation