Dümmer geht immer
MyLife.de wird neue Konkurrenz für Utopia.de
Man denkt man hätte die Talsohle in Sachen Nachhaltigkeit erreicht, da kommt aus dem toten Winkel ein neues Produkt geschossen.
Burda prügelt Nachhaltigkeit in seinem Portal MyLife.de geradezu in jede Falte des Lifestyles. Ob Fleichkonsum oder Reisen alles kann so »öko« werden.
Vor Jahren hat die Utopia AG noch das Scheitern von Burdas Öko-Medium »Ivy-World« mitsamt dessen Online-Pendant, hämisch kommentiert, als man sich anmaßte die somit verschollenen Inhalte retten zu wollen, indem man eine Rubrik »Best of Ivy World« auf der eigenen, konkurrierenden, Plattform einrichtete.
Nachdem der Printtest »Ivy World« nach zwei Ausgaben eingestellt wurde, bringt Burda diesmal kein neues Magazin an den Start sondern modelt sein Gesundheitsmagazin »MyLife« auf Nachhaltigkeit um. Vorteil: Dank der Zusammenarbeit mit der Barma verfügt man über eine stabile Stammleserschaft. Die Auflagenhöhe hat sich bei 140.000 Exemplaren eingependelt.
Für das Online-Portal setzt Burda erneut auf eine Allianz mit dem Microsoft Network und taucht im Bereich Lifestyle mit eigener Rubrik auf. Solch eine Zusammenarbeit hinterließ die Protagonisten beim letzten Mal desillusioniert, Focus.de und Max.de arbeiteten von 2002 bis 2007 mit msn zusammen. Zumindest sind hohe Klickraten bei einem derartigen Joint Venture vorprogrammiert, speziell wenn msn in Windows Live übergeht, dem Online-Arm des Betriebssystems, wie er bei Windows 7 angelegt ist.
Um genug Lesenswertes liefern zu können, der Printableger erscheint nur vierteljährlich, aggregiert Burda Inhalte seiner Onlineauftritte Lohas.de, Atorio.de, Focusgesundheit.de und fit1.de. Ob derlei Spärlichkeit zum Erfolg führt?
Zumindest in Sachen Oberflächlichkeit, redaktioneller Einfältigkeit und Unterhaltung wird dem Utopia-Portal der Rang abgelaufen. Ein herber Rückschlag, da doch die Einfältigen, die sich selbst gern als Elite inszenieren, die bevorzugte Zielgruppe der Utopia AG scheinen.
Ob die MyLife-Community mehr oder besseres erwarten kann als beim Konkurrenten Utopia, bleibt offen, momentan bastelt Burda noch an einer Community-Lösung.
Qualitativ wird Burdas MyLife Utopia also nicht aus dem Sattel werfen können, was, ob des utopistischen Qualitätsanspruchs, wirklich peinlich ist. Bleibt abzuwarten ob die Quantität ein Entscheidungsfaktor für Werbekunden bleibt. Reichweitenstärker ist die Print-Online-Kombi von Burda vom Start weg. Und wenn es den Werbepartnern nur um's grüne Mäntelchen geht, sind die Werbegelder sicher besser bei MyLife versenkt.
Intelligente Ökorevolutionäre sind sowieso schon ganz woanders unterwegs.

