Die Telekom klopft sich selbst auf die Schulter
Stephan Grabmeier liebt seinen Arbeitgeber, die Deutsche Telekom, und manipuliert ein bisschen das utopistische »Werbebarometer«.
Im Werbebarometer der Utopia AG können die Nutzer Unternehmen bzw. deren Werbekampagnen beurteilen. Drei Kriterien gilt es zu bewerten: Glaubwürdigkeit, Attraktivität und Nachhaltigkeit. (Ob und wie das Werbebarometer zum Utopia-Weg passt, niemanden anzuprangern sei dahingestellt.)
Die Deutsche Telekom wird mit der Kampagne »Große Veränderungen fangen klein an« aufgenommen, eine Kampagne, die ein ausgesprochen gutes Bewertungsergebnis im Verhältnis zu anderen vorgestellten Kampagnen erreicht.
Das liegt zum einen an der relativ geringen Zahl von Aktiven auf www.utopia.de, lediglich 19 Nutzer von den über 40.000 haben die Kampagne bewertet, und zum anderen an Stephan Grabmeier, der der Kampagne gleich einmal die volle Punktzahl (8 Sternchen) in allen Kategorien gab.
Stephan Grabmeier gibt damit seinem Arbeitgeber die Bestnote, wie Utopia-Nutzer Leia verwundert feststellt, denn Herr Grabmeier ist zum 1. April 2009 vom Startup yourcha AG zur Deutschen Telekom gewechselt. Diese Zugehörigkeit hatte er irgendwie vergessen zu bennen.
Dass er für seinen neuen Arbeitgeber brennt und diesen mit allen Mitteln unterstützen möchte, ist dabei wenig verwerflich, auch wenn die Bewertung grob verfälschend auf das Gesamtergebnis wirkt, was wohl auch der Grund ist warum Utopia-Nutzer nun die Kampagne in puncto Glaubwürdigkeit abstrafen.
Peinlich und irgendwie auch wieder lustig ist allerdings, dass der ein bisschen plumpe Versuch von Meinungsmache, an dem sich Stephan Grabmeier versuchte, ausgerechnet von ihm, dem frisch gebackenen Senior Expert Change Management im Competence Center Human Resources lanciert wurde, so ist die neue, von ihm angetretene Stelle benannt. Die Meldung in der FAZ bekommt damit eine spannende neue Bedeutung, titelte diese doch »Grabmeier verändert sich und andere«. Ob Grabmeiers Aktivität auf Utopia nur ein beherzter Sprung ins Fettnäpfchen bleibt, oder ein bewusster Täuschungsversuch, wird die Zukunft zeigen, eine Visitenkarte für den Experten im Change Management, der sich als Personaler mit Menschen auskennen sollte, ist es sicherlich nicht.

