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Die Handelsmarke »Utopia«

© André Henze

Bericht über die Markeneintragung von Utopia

(Anm.: Auslöser für die Recherche nach dem Markenbegriff »Utopia« war ein kritischer Artikel über Öko-Test auf Utopia.de bei dem es unter anderem um die Wirkung der Marke bei der Bevölkerung geht.)

___04.04.2009

(…)

Claudia Langer hat mit ihrer Utopia Social Enterprises GmbH sehr viele Produktkategorien auf den Namen »Utopia« beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen.
Eigentlich wollte ich nur schauen ob irgendwer so dreist war, den, meines Erachtens, Gattungsbegriff »Utopia«, für privatwirtschaftliche Zwecke in der gemeinschaftlichen Nutzung einzuschränken.
Dabei musste ich allerdings erkennen, dass so frech schon rund 20 Unternehmen waren. Mit dieser quasi Allgemeingültigkeit (»Nichts ist mehr heilig.«) habe ich mich fast schon abgefunden.
Claudia Langer hat diverse Produktkategorien allerdings auf die von ihr alleinig geführte GmbH, nicht auf die Utopia AG eintragen lassen, an der ihre GmbH 92 % hält. Das sichert auch bei sich entwickelnden Aktienanteilen hoffentlich das Auskommen.
Die Produktkategorien für die ein Markenschutz auf den Begriff »Utopia« besteht, kann man beim DPMA (Deutschen Patent- und Markenamt) einsehen.
Hierhin surfen (im Zweifesfall musst Du Dich anmelden), dann auf das »M« (steht für Marken) klicken und eines der folgenden Aktenzeichen eingeben.

30728687.8
30702266.8
39842399.7
(Das sind jetzt nur mehrere, weil beim Beantragen sicherlich nicht alles auf ein Formular gepasst hat.)

Neben der Utopia-Schokolde, dem Utopia-Bier und dem Utopia-Toten Tier, wird es auch den, und das finde ich viel spannender, Utopia-Emissionshandel und das Utopia-Fernsehen geben. (Bei letzterem hat Claudia Langer aber vielleicht auch nur zuviel Tita von Hardenberg geguckt.)
Man wird mit Utopia verreisen können, natürlich mit Utopia-Land-, Luft- und Wasser-Fahrzeugen und im Utopia-Hotel absteigen.
Dieser Rundumschlag an Markenanmeldungen ist aber nicht außergewöhnlich. Er soll lediglich frühzeitig die rechtliche Handhabe gegen alles und jeden sichern, der den Begriff »Utopia« wagt ebenfalls zu benutzen. Es wird sozusagen ein Hausrecht auf Begriffsebene etabliert.
Doch auch das finde ich noch nicht Besorgnis erregend.
Wirklich unwohl fühle ich mich erst bei der Kontextualisierung.
Die Organsiationsstruktur von AG wie GmbH lassen nicht den Schluss zu, dass hier einmal Schokolade produziert werden wird, oder auch nur jemand hinter der Rezeption eines Hotels freundlich auf einen wartet.
Es bedeutet das der Begriff »Utopia« lediglich als Handelsmarke eingesetzt werden soll. Man produziert also nicht selbst, und hat dementsprechend weniger Bezug zu dem Produkt. Man klebt lediglich ein hübsches »Utopia«-Etikett auf dies und das.
Handelsmarken gibt es schon viele, jede große Supermarktkette hat so etwas. Man kann häufig nicht mehr feststellen wer die Produkte eigentlich hergestellt hat. Der Intransparenz wird so Vorschub geleistet, und selbstredend wird einmal mehr Vertrauen eingefordert ohne Gegenleistungen zu erbringen.
Vielleicht bin ich da auch zu schwarz-malerisch, ich geh' mir mal den Kopf mit meinem Utopia-Waschmittel waschen.

PS: Das Utopia-Waschmittel heißt fürs erste Terra Activ, hier geht es zu einen kleinen Hintergrundartikel zum dafür verwendetet Rohstoff Palmöl.

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