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Branchenumfrage bringt Utopia Profit

creative commons 3.0 (by-nd) André Henze

REWE ist neuer Partner bei Utopia, konzerneigenes Nachhaltigkeits-Label »ProPlanet« wird eingeführt.

Vor kurzem berichteten wir über die neue Akquise-Maßnahme der Utopia AG, ein Branchenbarometer sollte den Lebensmitteleinzelhandel auf geeignete Partner abklopfen. Nicht unerwartet schnitt die REWE-Gruppe besser ab als ihre Konkurrenten.

Die Utopia AG hat nun REWE davon überzeugt, dass ein Engagement auf der Plattform Utopia sich lohnen könnte. Mithin »intensiviert« die REWE-Gruppe »den aktiven Dialog mit Stakeholdern und Verbrauchern« ab heute. (Warum bei derlei Presseerklärungen immer wieder die Kommunikationsgruppen Kunden und Aktionäre in einen Topf geworfen werden ist uns nicht bekannt.) 

Parallel verweist man auf den 100% Umstieg auf Ökostrom bei REWE. Wie Dirk Krüger auf Utopia richtig stellt, handelt es sich hierbei um Ökostrom der Hamburger EHA, welche »eine Tochterfirma von Rewe und Vattenfall« ist, und ergänzt »… und Vattenfall ist nun wg. Krümmel und Brunsbüttel hinlänglich bekannt.«

Im Vergleich zur Konkurrenz bleibt REWE immer noch ein Vorzeigekandidat, auch wenn nicht alle Entscheidungen in Bezug auf nachhaltiges Verhalten nachvollziehbar sind.

REWE’s ProPlanet-Label

REWE versucht ein weiteres firmeninternes Nachhaltigkeitssiegel zu etablieren. Das Siegel »Proplanet« wird nur für Hausmarken verwendet.
Der Promotion-Text fürs eigene Label auf der eigens installierten Website Proplanet-Label.com hört sich recht wässerig an.

»Die REWE Group kennzeichnet mit dem PRO PLANET-Label konventionell hergestellte Produkte, die die Umwelt und Gesellschaft während ihrer Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung deutlich weniger belasten 

Warum man nicht auf etablierte Zertifikate zurückgreift, ist beantwortet. Die hohen Anforderungen kann und möchte man noch nicht erfüllen.
Immerhin hat sich REWE bei dem neuen eigenen Label, im Zertifikate-Dschungel, professionelle Hilfe ins Haus geholt. »Gemeinsam mit dem Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), … hat die REWE Group den kompletten Prozess der Vergabe des Pro Planet-Labels entwickelt und eingehend mit Nichtregierungsorganisationen, wissenschaftlichen Instituten und staatlichen Organisationen diskutiert. Den gesamten Prozess hat anschließend der TÜV Rheinland validiert.«
Die nachhaltige Label-Entwicklung sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass konventionell hergestellte Produkte, die lediglich weniger belasten nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein des Konsumrauschs sind.

Schade dass man sich für einen Alleingang entschieden hat, anstatt etablierte Zertifikate w.z.B. das Fairtrade-Siegel (seit 1993 bei REWE) weiter zu stützen. Das ist vielleicht der Unterschied zwischen der in Verruf geratenen Corporat Social Responsibility (CSR) und Nachhaltigkeit.

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