Auf Kuschelkurs mit den Konzernen
Die neogrüne Plattform Utopia übt Kritik an Kritikern und behauptet, dass das »Anprangern« von Umweltsündern nichts bringt.
In ihrem Newsletter vom 20. Mai 2009 stellt die Utopia AG den Climate Greenwash Award in Frage, »Grünfärberei: Sinnvoller Negativpreis?« heißt es da.
Beim Climate Greenwash Award stimmen Bürger noch bis zum 22. Mai über die dreistesten Konzerne ab, die vorgeben umweltfreundlich zu sein.
Im Artikel werden »einige der ›empörendsten Beispiele für Klima-Grünfärberei‹« noch benannt – zur Wahl stehen Arcelor-Mittal, BP, Dong Energy, Repsol, Shell und Vattenfall – allerdings wird bei der Formulierung der Konjunktiv in der Erwartungsstufe verwendet. Da die 6 Klimasünder aber tatsächlich zur Wahl »stehen« und nicht nur »stünden« soll die Konjugation entweder in Frage stellen ob es sich bei den 6 Kandidaten um die Klimasünder an sich handelt oder aber, und natürlich grammatikalisch dann völlig verdreht, ob es sich überhaupt um Klimasünder handelt.
Im nächsten Absatz der Fürrede wird die Absicht der Redakteurin Sabine Letz dann auch deutlicher.
Zwar findet sie die Kritik an den Konzernen berechtigt, aber das Kritisieren nicht.
Die Verleihung eines Negativpreises sei jedenfalls nicht der »Utopia-Weg«. Das ist nun schlichtweg gelogen.
Denn der Utopia-eigene Greenwashing-Preis »Die grüne Tomate - ausgezeichnet unreif«, von der mittlerweile gesperrten Utopistin Christina L initiiert, ist bei der Community sehr beliebt. Zwar dümpelt man gerade ein wenig herum, nachdem die Initiatorin so überraschend geschasst wurde, aber weiterbetrieben soll der Preis wohl schon werden, wie man dem Nominierungs-Thread entnehmen darf.
(Anm. Nach langer, und mit Verlaub rechtswidriger, Weigerung seitens der Utopia AG, die Profile »Die Grüne Tomate« und »Die Rote Tomate« zu löschen, ist diesem Wunsch der Profileignerin nun endlich doch entsprochen worden. Die Verweigerung des Rechtes auf Profillöschung entsprang wohl dem Wunsch der Utopia AG der dahinschmelzenden Community die Differenzen mit Teilen der Community vorzuenthalten. Der schöne Schein kann nicht weiter aufrecht erhalten werden.
Gleichzeitig gibt es auch emanzipatorische Bestrebungen die beiden Preise »Die grüne Tomate« und »Die rote Tomate« aus dem Utopia-Universum zu befreien. Wir sind gespannt!)
Zurück zu Utopia. Die Verleihung eines Negativ-Preises wie des Climate Greenwash Award, lehnt die Autorin ab, da »auf den vermutlich – oder sogar ziemlich sicher – keine Handlung erfolgt.«
Diese Aussage findet sich in der Argumentation der Utopia AG immer wieder gern und entbehrt jeder Grundlage, wie die Formulierung als unsichere Annahme schon verdeutlicht.
Schade dass sich das doch recht übersichtliche Team der Utopia AG untereinander so wenig austauscht, oder ist das Politik? Schon auf Claudia Langers Blog-Beitrag »Warum wir nicht an den Pranger stellen!« (Achtung: Nur einsehbar für registriete Nutzer von www.utopia.de) hatte ich als Reaktion auf derlei Behauptungen widerlegende Beispiele benannt, im speziellen Erfolge des »Nörglers« Greenpeace.
Sabine Letz fabuliert weiter »Auch nicht das Anklagen und Anprangern, sondern der ›utopische Weg‹ wäre es, die Diskussion mit dem Unternehmen zu suchen.« Das Anprangern wird hier erneut, wie schon im Blogeintrag der Chefin, verteufelt. Das gilt allerdings nur für die Konzerne, mithin die potenziellen Kunden von Utopia. Utopisten können sich auf derlei Recht nicht berufen. Da werden gleich mehrere (mittlerweile Ex-) Utopisten namentlich »herabwürdigender«, »verleumderischer« und »beleidigender« Beiträge bezichtigt, ohne, wie sich das für ordentliches An-den-Pranger-Stellen gehören würde, diese Verurteilung auch zu begründen. Anderen Utopisten, ebenfalls namentlich genannt, wird im gleichen Beitrag der Utopia AG (Achtung: Nur einsehbar für registrierte Nutzer von www.utopia.de) über die Öffentlichkeit ihre Verabschiedung mitgeteilt: »Wir werden uns nicht weiter mit Leuten, die bewusst negativ sind, im Kreis drehen.« Auch hier wird ein Beweisführung unterlassen, bzw. im Privaten nachträglich herübergereicht. Die Abwertung in der Formulierung lässt auch einiges an Positivem vermissen.
Was unterscheidet nun den Beitrag der Utopia AG von einem »Anprangern«, also dem öffentlichen Beschuldigen einer Person? Nichts.
Die These die Utopia AG würde nicht anprangern muss fallengelassen werden. Vielmehr scheint es zu heißen »Nach oben buckeln, nach unten treten.«
Auf meine Frage welche positiven Ergebnisse die Kooperation mit den Unternehmen gebracht hat, wir erinnern uns, der »Utopia-Weg«, blieb man mir die Antwort schuldig.
Es steht also 1:0 für die Kritik und gegen das Klüngeln mit den »Dreckspatzen«.

