Dem Lohasen an die eigenen Nase gefaßt und andere gleich noch ein bisschen mit angestupst.
Kommentar zum Artikel »Warum Lohas doch nicht die Welt retten«
___04.03.2009
(Bild: Lohase »Nabaztag«)
Den Artikel »Warum Lohas doch nicht die Welt retten« gibt es hier zu lesen.
Allerdings ist das Kommentarfeld für mich alte Plaudertasche einfach zu mickerig. Deshalb im folgenden ein paar Gedanken.
Da sitz ich neben meinen Drucker von HP, dass sind die, die Drucker mit dem »Blauen Engel« ’rausbringen. Nur meiner hat indes dies Gütesiegel nicht. Ob seiner Korpulenz nenn’ ich ihn »Mummies little Monster«. Er hat den gefühlten Energieverbrauch einer Kleinfamilie. Na Gott sei Dank bin ich auf Ökostrom und die Emissionswerte schlag ich mal lieber nicht nach.
Anna-Lena Schiller schreibt in ihrem Social Bar-Account, dass sie in Hamburg wohnt, in München arbeitet und Berlin für den »Rest« herhalten muss (wobei mich als Berliner das »Rest« ein bisschen kränkt :-( ). Und gleich fängt der Taschenrechner zwischen meinen Ohren an zu rattern und ich frage mich, wie viele Kilometer Strecke sie da wohl jeden Monat macht (?). Zahlst Du, Anna-Lena, den CO2-Ausgleich aus eigener Tasche oder sponsert Dir das Utopia? Kannst Du nicht auch von Hamburg aus arbeiten (in unserer multimedialen Welt)? Oder nach München ziehen (Nun, das wird mir als Nordlandfahrer und Küstenfreund jetzt selbst etwas zu theoretisch :-) ?
(Anm.: Eine Antwort auf diese Fragen erhielt ich, wie sollte es auch anders sein, nie. Indes die FAQs geben immerhin eine Antwort.)
Claudia Langer wird vom ZDF interviewt und gerät ins Straucheln (bei Minute 3), als das Gespräch auf die Hartz IV-Empfänger schwenkt, wohl wissend, dass die Mutter mit drei Kindern die auf Hartz IV läuft, ihren Kleinen wohl kaum eine ökokorrekte Ernährung zusichern können wird. Sie kriegt die Kurve aber noch und findet ein anderes Beispiel, das bei mir gleichsam auf Unbehagen trifft. Schuhe nicht bei Deichmann kaufen sondern ein anständiges Paar alle drei Jahre… Nennt mich konservativ, aber ich hätt’ gern ein Paar von der Wiege bis zur Bahre, und im Cradle-to-Cradle-Design. Den Frauen sei aber durchaus ein Mehr an Schuhen zugestanden ;-).
Der recht ruppige Beitrag im ZDF endet mit einem Besuch im Untergeschoss der Utopia-Zentrale in Bestlage (Solln), wo die eigenständige Entwicklungsabteilung von Utopia ordentlich vermüllt haust, es sieht aus wie bei Hempels unterm Sofa. Meine Lieben, wenn sich ein Fernsehteam ankündigt, darf man ruhig noch mal durch wischen. Und liebe Utopianer in München, kocht doch einmal am Tag und ladet die ProgrammiererInnen zum Tafeln ein, auf dass sie nicht ständig diesen Fastfood-Dreck in sich rein schaufeln müssen.
Bei Thema Kritik und Selbstkritik sei auch noch auf den hervorragenden Artikel von mittlerweile Ex-Utopist rockrebell verwiesen: »Ich bin kein Öko!«. Zu finden nur noch hier, denn Dank Sperrung gibt es »SeineWelt« nun nicht mehr.

