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Brauner Brückenkopf?

© André Henze

Artikel über den »Bund für das Recht«

(Anm. Wie sich herausstellen sollte hatte hier nicht der revisionistische Bund ein Profil auf www.utopia.de angelegt, sondern eine Teenagerin in leichtgläubigen Überschwang partei für den »Bund für das Recht« ergriffen. Der Bauernfängerei des Bundes konnte ein Schnippchen geschlagen werden. Und es zeigt sich bei den Recherchen wiedereinmal, dass wir alle empfänglich für das Außergewöhnliche und Besondere sind, und niemand sich gefeit fühlen sollte, den negativen Kräften auf den Leim zu gehen.)

___28.03.2009

Schon beim ersten Beitrag von »bund-für-das-recht« bimmelten meine Alarmglöckchen. Ich bin da wohl sensibilisiert, kann selbst bei einem Einzeiler zwischen den Zeilen lesen.

Bund das klingt alt, frei, freiheitlich und soll gern volksnah und irgendwann auch national wirken. Aufs Recht pocht meistens wer es nicht hat und es glaubt nicht zu haben, die anderen argumentieren. (Das geht natürlich nur wenn man Argumente hat. Utopia kennt dieses Problem von vielen Seiten.)

Schaue ich mir die Beiträge von »bund-für-das-recht« an, dann ist das eine Mischung aus Verschwörungstheorien, dem Einfordern von Meinungsfreiheit und Antikapitalismus.

Die Mischung kenn’ ich doch irgendwie. Das riecht nach Bauernfängerei. Denn wer ist nicht für Meinungsfreiheit (Hoffnung), hat nicht das Gefühl, dass alle manchmal gegen einen sind (Angst), oder hat was gegen Reiche Schweine (Neid).

Die Erfüllung der Erwartungen reicht natürlich nicht um den bund-für-das-recht ins rechte Eck zu stellen.

Also recherchieren wir ein wenig. Auch Nazis sind Selbstdarsteller, und deshalb kriegt man sie alle bei den Eiern. Da helfen selbst die geschicktesten Täuschungsmanöver nicht.

 

Also die Suchmaschine angeworfen: Unter http://www.bund-fuer-das-recht.de werd' ich fündig.

Da holpert mir schon wieder so eine Vokabel über den Weg: »Freie Stadt Danzig«. Muss ja noch nichts heißen. Warum diese Überschrift gewählt wurde erklärt das Schreiben im Link darunter nicht wirklich. Anscheinend war einer der Website-Betreiber wegen illegalem Waffenbesitz angeklagt … und hat den Rechtsweg nicht anerkannt … und hat sich anschließend selbst in einem Schreiben freigesprochen, nicht etwa weil er keine Waffen besaß, sondern weil es die BRD nicht gibt, oder so ähnlich. Das ist jetzt ersteinmal nur ordentlich durchgeknallt (oder auch nur leicht geistig verwirrt), aber keine Grund zur Panik.

Schaue wir uns die Betreiber der Webpräsenz einmal genauer an.

Karin Leffer
Manfred Heinemann
Beowulf von Prince

Bei Karin Leffer ist nur eine E-Mail-Adresse von AOL angegeben, die Spur verläuft sich somit im Sande.

Manfred Heinemann aber hat eine eigene Website:
www.freimark-t.de
Da wird so eine Art regionales Zahlungsmittel propagiert, die Farben sind Schwarz, Rot, Gold, alles im Lot, man gibt sich national.

Beowulf von Prince (das ist jetzt der mit den Waffen) hat sich anscheinend einen Künstlernamen zugelegt.
Interessieren würde mich, ob er sich nach dem Küstenpanzerschiff »Beowulf« benannt hat, dass Heinrich von Preußen einst befehligte, oder nach dem Heldengedicht, dass man in Skandinavien gefunden hat.
Seine E-Mail-Adresse verweist auf eine Website die schon mehr irritiert:

http://www.razyboard.com/system/morethread-bund-fuer-das-recht-asum-2095461-5379840-0.html

(Anm.: Dieser Schritt ist leider nicht mehr nachzuvollziehen, da die ursprüngliche Website auf die seine E-Mail-Adresse (info[at]aub-partner.de) verweist, nicht länger erreichbar ist.)

Da ist von SED-Opfern die Rede, auch wieder so ein Einstieg wo alle »Das ist doch gut« sagen würden. Weiter unten auf der Seite heißt es: »Wir wollen unser Lied singen:« Drückt man den Play-Button, ertönt: »Deutschland, Deutschland über alles…«.
Dachte ich doch vor kurzem noch, dass die Maaß bis Memel-Passage gestrichen wäre, habe ich mich geirrt. Verboten waren alle drei Strophen nur unter alliierter Aufsicht, singen darf man alle Strophen, allerdings besteht die Nationalhymne nur aus der 3. Strophe. Die Nazis haben lediglich die erste Strophe intoniert und tun das gerne auch heute noch. Anscheinend sind die Nationalen für mehr als eine Strophe immer noch nicht reif.

Über einen Kommentar wird bei der weiteren Googlelei ein Bezug zur Nazi-Anwältin Sylvia Stolz postuliert. http://moltaweto.wordpress.com/2009/02/10/nur-die-luege-braucht-die-stutze-der-staatsgewalt-%E2%80%93-der-fall-sylvia-stolz/
http://de.wikipedia.org/wiki/Sylvia_Stolz
Dafür können die Betreiber aber nun wirklich nichts.

Auch bei den Nazis um Altermedia.info fallen derlei Theoreme, wie sie der »Bund für das Recht« verbreitet wissen will, auf fruchtbaren Boden.
http://de.altermedia.info/general/grune-jugend-nrw-will-landratswahlantritt-von-axel-reitz-verhindern-wer-alles-hat-210109_21946.html

Und auch hier können die Betreiber von Bund-für-das-Recht.de nichts dafür. Allerdings werden sie in Kreisen als Quelle zitiert, die mich schon nachdenken lassen, wes’ Geistes Kind man ist, oder sein könnte.

Derweil sind die Beiträge hier bei Utopia verdächtig unauffällig.
Gleichzeitig versucht man auch christliche Kreise zu infiltrieren.
Momentan geht es also ums Präsenz zeigen. Auf vielen Hochzeiten für Mitglieder werben.
Oder schlicht: Gleichgesinnte zu finden.

Mal schauen wie es weiter geht.

Mit einem Gruß aus, nun ja, anscheinend wieder Mitteldeutschland

Andrej

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